Kursächsische Ganzmeilensäule kehrt an ihren Platz zurück

Eine Nachbildung des rund drei Meter hohen Sachzeugen zieht am Ortseingang Hundshübel die Blicke auf sich. Ein Einwohner hatte sich für den Erhalt stark gemacht, auch wenn das Original nur eine Nebenrolle spielt.

Hundshübel.

Auf gut drei Metern ragt das Schmuckstück aus Sandstein in spitz zulaufender Form in die Höhe und kündet von einer längst vergangenen Post-Ära: Im Zuge der derzeit laufenden Erweiterung der Radtrasse zwischen Aue und Karlovy Vary, dem Projekt "Karlsroute II", hat die Gemeinde Stützengrün im Ortsteil Hundshübel einen historischen Sachzeugen zurückbekommen, der schon von Weitem die Blicke auf sich zieht - eine stattliche Kursächsische Ganzmeilensäule ziert den Wegesrand am Beginn der früheren Ortsdurchfahrt Hundshübel.

Übrig war bis vor einigen Monaten davon nur ein Reststück, genauer gesagt das Mittelstück. Nun strahlt die Säule wieder in voller Schönheit. "Wir freuen uns sehr, dass dieses wertvolle Stück erhalten werden konnte", sagt Stützengrüns Bürgermeister Volkmar Viehweg. Es sei ein Meilenstein, im wahrsten Sinne des Wortes. "Erst voriges Jahr haben wir den Marienweg eingeweiht, der gleich hier entlang führt. Und jetzt fügt sich ein weiterer Mosaikstein hinzu."

Den Anstoß dafür gab Einwohner Hans-Jürgen Müller. Er wusste um das Engagement des Karlsrouten-Teams mit Blick auf Postmeilensäulen in verschiedenen Größen und Formen. Kurzerhand wendete er sich an Eibenstocks Bürgermeister Uwe Staab und den in der Bergstadt ansässigen Zweckverband Muldetalradweg als Träger des Projekts "Karlsroute II". Das war vor vier bis fünf Jahren, erinnert sich Staab. "Damit sie nicht verloren geht, haben wir sie ins Projekt aufgenommen." Das hat System. Denn schon im Zuge von "Karlsroute I" wurden sechs königlich-sächsische Postmeilensäulen sowie das Replik eines königlich-sächsischen Postmeilensteins restauriert und an ursprünglicher Stelle wieder aufgestellt. Kosten: 13.600 Euro, finanziert durch die Stadt Eibenstock.

Im Zuge des derzeit laufenden Projekts "Karlsroute II" kommen weitere Sachzeugen dieser Art hinzu. Die genannte kursächsische Postmeilensäule Nummer 48 in Hundshübel kostet 10.100 Euro. Diese Ganzmeilensäule war Teil des Postkurses von Leipzig über Schneeberg nach Eibenstock und Johanngeorgenstadt. Es handelt sich dabei um ein Replik, da das übrig gebliebene Reststück nicht mehr verarbeitet werden konnte. "Das bleibt aber neben der Säule stehen." Fundament und Erdarbeiten erledigten die Mitarbeiter des Bauhofs Stützengrün.

Noch weitere drei Postmeilensteine, darunter eine Nachbildung, kommen demnächst hinzu: in der Ortsmitte Wildenthal, in Oberwildenthal und kurz vor dem Grenzübergang auf der Radtrasse. Kostenpunkt dafür: 7000 Euro. Finanziert diesmal durch den Zweckverband Muldetalradweg.

Die große Ganzmeilensäule sei ein sichtbares Stück Ortsgeschichte, so Volkmar Viehweg. "Wir sind gerade dabei, unsere Ortshistorie mit Chronisten aufzuarbeiten und erlebbar zu machen, um für unsere Heimat zu werben und sie auch für junge Leute wertvoll zu machen, damit sie hier bleiben", erklärt er. Auch Rückbesinnung sei dabei ein wichtiger Aspekt.

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