Lauter-Bernsbach unterzieht sich einer genauen Prüfung

Die Stadt arbeitet an einem umfassenden Entwicklungskonzept. Nur so können Fördermittel für neue Projekte fließen.

Lauter-Bernsbach.

Wo liegen die Stärken und wo die Schwächen von Lauter-Bernsbach als Wohn-, Urlaubs- und Arbeitsort? Eine umfassende Analyse, die genau diese Frage beantworten soll, wird derzeit von einem externen Büro ausgewertet. Das Büro soll ein Stadtentwicklungskonzept erstellen. Dieses wiederum soll aufzeigen, wie die Kommune in verschiedenen Bereichen aktuell aufgestellt ist - und wo noch Potenzial schlummert. "Daraus wollen wir ein Leitbild ablesen, um sinnvoll und zukunftsgerichtet zu agieren", sagt Bürgermeister Thomas Kunzmann (Freie Wähler).

Und noch einen wichtigen Hintergrund hat das Ganze. So sei es nur mit einem aktuellen Entwicklungskonzept möglich, auch künftig Fördermittel für städtische Investitionen zu erhalten. Auch das Erstellen der Analyse selbst wird von der EU mit Zuschüssen unterstützt. Von den 41.000 Euro, die das Papier am Ende kostet, steuert das LeaderProgramm zur Entwicklung des ländlichen Raums 26.000 Euro bei.

Anfang des Jahres haben sich zwei Vertreterinnen des beauftragten Büros an die Arbeit gemacht und Lauter-Bernsbach sozusagen erkundet. Auch eine Fragebogenaktion läutete den Prüfprozess ein. 90 Einwohner zwischen 30 und 85 Jahren beteiligten sich. Das sei - obwohl nur ein Prozent und keine Jugend dabei - eine gute Zahl, so die Experten. Anderenorts sei der Rücklauf noch geringer. Parallel dazu gab es schon Treffen von drei Arbeitsgruppen. "Denn wir wollen die Bürger unbedingt so viel wie möglich beteiligen", betonte Kunzmann. Das laufe aus seiner Sicht fürs Erste gut. Auch mit der Aufnahme des Ist-Zustands kann er zufrieden sein. Denn die erste Bestandsaufnahme erhielt viel Lob von den Prüferinnen, die auf ihrem Zettel Dinge wie Barrierefreiheit, Infrastruktur, Kultur und Freizeit sowie Schul- und Kita-Wesen abgearbeitet haben. Handlungsbedarf, so formulierten es die befragten Bürger, bestehe in Sachen Bus und Bahn sowie Kultur. Sehnlicher Wunsch: dass der Ringbusverkehr zwischen den Ortsteilen wieder eingerichtet wird, um den Umweg über Aue zu sparen. Auch der weitere Ausbau von Radwegen und das Verbessern von Einkaufsmöglichkeiten seien zum Beispiel gefragt.

Das Konzept ist wichtig, weil sich zahlenmäßig viel verändern wird. Das zeigt der Blick auf die Demografie. Waren es 2008 noch 9300 Einwohner, sind es Ende vorigen Jahres 8678 gewesen - und laut den Prüferinnen sinkt die Zahl weiter. Darauf müsse bei künftigen Planungen Rücksicht genommen werden, um Leerstand zu verhindern. "Manchmal sind es auch Probleme und Wünsche, die wir als Kommune nicht beeinflussen können", sagt Kunzmann. Etwa die Zahl von Hausarztpraxen. "Da können wir nur unterstützend alles tun, um für uns zu werben." Es gehe nun darum, zu erkunden: Was wollen wir? Dazu wird zunächst ein Leitbild und dann ein Maßnahmeplan erstellt. Das sei noch ein ganzes Stück Weg.

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