Leser helfen dem kleinen Ulli: Der Turm für den Lift steht

Die längste Zeit hat es gedauert: Nun steht der Rohbau für den Fahrstuhl, mit dem Familie Müller aus Schneeberg schon bald ihren kranken Sohn Ulli gefahrlos mit nach unten nehmen kann.

Schneeberg.

Die Freude ist groß bei Familie Müller auf dem Gleesberg in Schneeberg. Von Tag zu Tag wächst derzeit der Rohbau für den Fahrstuhlschacht. Seit Helmar Kunzmann aus Lauter mit den Männern seiner Firma das Zepter für den Bau übernommen hat, geht es sichtbar voran.

"Noch etwa anderthalb Meter, dann können wir das Dach aufsetzen", sagt der Firmenchef, der selbst so oft es geht mit auf der Baustelle ist. Denn diese ist eine besondere. Das sagt auch der langjährige Baufachmann. Nicht das Bauwerk als solches ist schwierig, vielmehr ist es der Transport der Baustoffe. Denn die letzten 300 Meter des Weges bis zum Plateau sind "eine Zumutung", sagt er. Die Lieferfirmen hätten sich geweigert, mit der schweren Last diese Unebenheiten zu nehmen. Die Gefahr, sich den Unterboden der Autos aufzureißen, ist extrem hoch. So uneben ist die Zufahrt.

Eine nochmalige Änderung der Baupläne hatte die Errichtung des Bauwerks verzögert. Entgegen der ersten Planungen durfte die Betonhülle des Aufzugs nicht direkt mit dem Gebäude verbunden werden. Das hätte womöglich zu Rissen im Haus geführt. Also wurde ein frei stehender Turm notwendig, der nur in den Etagen mit dem Gebäude verbunden ist, um Ulli - den elfjährigen kranken Sohn der Familie Müller - künftig gefahrlos von der Wohnetage nach unten zu transportieren.

Die Leser der "Freien Presse" hatten im vergangenen Jahr dafür fast 60.000 Euro gespendet. Damit konnte das Projekt angeschoben werden. Das zunächst ins Auge gefasste zeitliche Ziel, dass Ulli bereits im Sommer in seinem Rollstuhl vor die Tür rollen würde, konnte allerdings nicht gehalten werden. "Wir waren aber dennoch mit ihm draußen, wenn auch nicht so oft", sagt Silke Müller. Sie und ihr Mann Peter packen ihren Sohn bislang noch immer unter den Achseln und an den Füßen und tragen ihn vorsichtig die steile Stiege im Haus herunter. Und das mehrmals die Woche, weil der Elfjährige zu Therapien muss.

Zwei Jahre ist es nun her, dass bei Ulli Müller die Diagnose Adrenale Leukodystrophie (ALD) festgestellt wurde. Eine Erkrankung in deren Folge die schützende Myelinschicht, die die Nervenbahnen ummantelt, zerstört wird. Das führt dazu, dass Ulli unter heftigen Krämpfen leidet, mitunter sehr reizempfindlich ist und eine sehr besondere Ernährung benötigt. Um diese speziellen Nahrungsergänzungsmittel auf die Dauer zu finanzieren, gibt es nach wie vor zahlreiche Spender in der Region, die der Familie helfen. Diese Gelder gehen entweder direkt bei der Familie Müller ein oder über die Aktion Kinderherzen. "Noch immer wird unter dem Stichwort Ulli gespendet", sagt die Schirmherrin Christine Matko bei ihrem jüngsten Besuch der Familie. Und immer hat sie ein kleines Witzbuch für Ulli dabei. Denn: Auch wenn er nicht sprechen kann, so lacht er doch gern über lustige Geschichten.

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