Liberale nicht nur für mehr Tempo im Netz

Wahlen 2019: Sanierte Straßen, gute Schulen, schnelles Internet ... Mit welchen Themen wollen Parteien und Wählergemeinschaften bei der Kreistagswahl besonders punkten? Heute: die FDP.

Aue/Schwarzenberg.

Vor-Ort-Termin am ältesten Schaubergwerk Sachsens in Waschleithe. Einige Senioren in Wanderkluft informieren sich an Schautafeln über "Herkules-Frisch-Glück", bevor sie sich auf den Weg in 80 Meter Tiefe machen. FDP-Kreischef Heiko Schmuck hingegen schaut "in den Mond". Er wollte sich an Ort und Stelle Informationen zum Bergwerk aus dem Internet holen. "Geht nicht", sagte er. Lediglich gerade so telefonieren könne man hier. Ein Stück weiter sei selbst das nicht möglich. Wenige Meter entfernt ein FDP-Wahlplakat: kein Funkloch am Mundloch.

"Ja, das ist eines unserer Hauptthemen im Kreistagswahlkampf", erläutert er. Schon Ende 2017 hatten die Liberalen die Erzgebirger aufgerufen, auf einer interaktiven Karte die Funklöcher in der Region zu melden. "Mit Riesenresonanz", so Schmuck. Etwa 800 Leute beteiligten sich, markierten 650 Gebiete ohne ausreichenden Empfang. Es folgten ein Digitalgipfel mit den Mobilfunkanbietern, Nachfragen in Ministerien. Auch bei der Bundesnetzagentur. "Da warten wir seit langem auf Antwort", so Schmuck verärgert.


An dem Thema bleibe man dennoch dran. Ob ausgebaute Straßen (etwa die Ost-West-Tangente) oder modernes Internet - für den Erzgebirgskreis sei dies überlebenswichtig, Basis für Wirtschaft, Tourismus, medizinische Versorgung und mehr. "Insbesondere die junge Generation muss das Erzgebirge als lebenswert empfinden", so Schmuck. Dabei gehe es etwa um ausreichend Kitas, moderne Schulen und Freizeitmöglichkeiten. Nur so sei Abwanderung zu verhindern, seien Fachkräfte zurückholen, neue anzulocken.

Ziel müsse es aber auch sein, das durchschnittliche deutsche Lohnniveau zu erreichen - steht so im FDP-Programm. Wie? "Da ist schon jetzt einiges mehr möglich", so Schmuck und verweist auf einen weiteren Weg: "Jungen Leuten muss mehr Mut gemacht werden, eigene Firmen zu gründen." Und diesen Start-ups sollte der Kreis verstärkt unter die Arme greifen, etwa durch den Aufbau von Gründerzentren in jedem Altkreis. Diese könnten dann den jungen Firmen nicht nur finanziell helfen, sondern auch dabei, den Bürokratiewust zu stemmen.

Wichtiges weiteres Thema: die Stärkung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung. "Durch mehr Personal im grenznahen Gebiet, aber auch durch ,mobile Reviere', modern ausgerüstete Polizeifahrzeuge, die schnell am Ort des Geschehens sein können", so Schmuck.

Die Kernideen für die Mitarbeit im nächsten Kreistag stehen. Am heutigen Freitagabend will die FDP bei ihrem Kreisparteitag noch das eine oder andere Vorhaben schärfen. Etwa in puncto Weltkulturerbe. "Einerseits eine gute Sache, andererseits darf der Titel nicht dazu führen, dass Wichtiges verhindert wird - etwa Straßen", so Schmuck.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...