Lichter verzaubern Schwarzenberg

Das, was 2010 als kleiner Setzling begann, hat sich zu einer großen Pflanze entwickelt. Besucher und Geschäftsinhaber sind gleichermaßen vom Konzept angetan.

Schwarzenberg.

Durchs sogenannte Künstlergässchen, zwischen Springbrunnen und Ratskeller, hat es am Freitagabend kaum ein Durchkommen gegeben. Wer sich durch die Menschenmassen gekämpft hatte, befand sich im nächsten Trubel. Dichtes Gedränge herrschte auch auf dem Schwarzenberger Markt. Gegen 20 Uhr, als der kleine Lampionumzug den Ratskeller ansteuerte, ging kaum noch eine Nadel zu Boden. Vorm Ratskeller sangen Aaflug und brachten ihr breites Repertoire zu Gehör. Vor den Imbiss-Ständen bildeten sich lange Schlangen.

Halb Schwarzenberg schien zur Nacht der Lichter auf den Beinen zu sein. Und nicht nur Schwarzenberger kamen. Anja Dettmer aus Raschau wollte das wunderbare Ambiente genießen. "Wir sind fast jedes Jahr hier und haben uns die neuen Geschäfte angeschaut", sagte sie. Shoppen allerdings wollten sie und ihre Freundin Katja Haas aus Schneeberg nicht: "Etwas Essen, etwas trinken und einfach genießen", war das Motto der beiden Frauen.

Der Shoppingabend, den in diesem Jahr ein Team um Luise Egermann organisiert hat, wurde 2010 zur Einweihung des Schrägaufzuges ins Leben gerufen. "Das hat ja mittlerweile Altstadtfest-Charakter", sagte Franziska Beier, die erstmals die Nacht der Lichter nicht als Besucherin, sondern als Geschäftsinhaberin erlebte. Ganz bewusst hatte sie sich für die Nacht der Lichter als Start ihres Ladens Momokidz entschieden. "Besser geht es doch nicht, es sind so viele Leute in der Stadt", sagte sie.

Seine Schwiegermutter hatte Mario Münzner für die Nacht der Lichter eingeladen. Christel Lippert sorgte bei Bergglas Münzner für einen ganz verführerischen Duft, der sich durchs gesamte Geschäft zog. Denn dort wurde die Schauküche angeworfen. Sie führte die Gäste mit leckeren Vanillekipferl und Ministollen in Versuchung. Geschäftsinhaber Mario Münzner meinte: "Es ist noch genau das, was wir damals wollten. Es ist nicht der Abend der großen Umsätze, aber wenn so viele Leute in der Stadt sind, ist das Ziel der Veranstaltung erreicht."

Nur ein paar Meter weiter sorgte am Freitagabend Gaukler Narrateau für begeistertes Publikum. Der Straßenkünstler hatte witzige Sprüche auf Lager und zeigte effektvolles Jonglieren. "Was ist denn heute in Schwarzenberg los?", fragte er in die Menschentraube, die sich um ihn gebildet hatte: "Ich war gestern schon hier, an gleicher Stelle und da war nichts los."

Einladend wirkte am Freitagabend auch die Eibenstocker Straße. Feuerschalen, Fackeln, Musik und viel Andrang in den Geschäften. Anja Lehmann, die Inhaberin der Fashion-Lounge ist mit der Entwicklung des Shoppingabends richtig zufrieden. "Wir sind von Anfang an mit dabei", sagte die Geschäftsfrau. "Auf unserer Straße geht es auch wieder gediegener zu. Wir haben uns ja ganz bewusst für Chill out entschieden." Das Miteinander in der Eibenstocker Straße funktioniere bestens. "Wir leben das hier richtig. Jeder übernimmt eine Aufgabe - so macht das Spaß."

Nicht nur die Stimmung, sondern auch der Umsatz stimme zur Nacht der Lichter. Allerdings komme kaum einer mit einem konkreten Ziel oder denke gar schon an Weihnachten. "Das meiste sind heute Lustkäufe", sagte Anja Lehmann lächelnd. Und damit die Lust noch weiter stieg, bot ihre bessere Hälfte Heiko Schmuck den Kunden ein Gläschen Prosecco an. Knapp 20 Flaschen wurden am Freitagabend ausgeschenkt.

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