Machtwechsel im Auer Rathaus

Heinrich Kohl übernimmt in Aue-Bad Schlema am heutigen Donnerstag offiziell die Amtsgeschäfte von Steffen Möckel. Der hat für seinen Nachfolger zwei gute Tipps.

Aue-Bad Schlema.

Die lang ersehnten Ferien unterbrechen und zurück an die Arbeit? Das finden wohl nur die wenigsten eine gute Idee. Heinrich Kohl dürfte es hingegen kaum erwarten können. Der CDU-Politiker unterbricht am heutigen Donnerstag seinen Urlaub, um für die kommenden sieben Jahre das Amt des ersten Oberbürgermeisters von Aue-Bad Schlema zu übernehmen. Im Rathaus steht 10 Uhr im Büro des OB die offizielle Amtsübergabe an.

Heinrich Kohl löst damit den amtierenden Amtsverweser und Übergangsstadtchef Steffen Möckel ab. Er hatte die Geschicke der fusionierten Stadt seit 17. Januar geleitet. Zu seiner neu gewonnenen Freiheit sagt er: "Ich bin persönlich froh, dass es vorbei ist. Es war eine interessante Zeit, die Spaß gemacht hat, aber kompliziert war." So habe er mitten im Fusionsprozess die Verwaltung am Laufen halten müssen. Ein Kraftakt, sagt Möckel. Bis heute ist beispielsweise die EDV-Technik noch nicht vereinheitlicht. "Es ist, als ob man zwei Rathäuser leitet." Dazu kommt, dass Möckel als Bad Schlemaer viele seiner Auer Mitarbeiter erst einmal kennenlernen musste.


Ist nach gut einem halben Jahr im Amt jetzt erst einmal entspannen angesagt? Nein, sagt Möckel. An Füße hochlegen sei nicht zu denken. "Die nächste große Aufgabe steht vor der Tür: die Organisation des Tags der Sachsen." Als Leiter des neu entstandenen Amtes für Kultur und Tourismus hat er bei Sachsens größtem Volksfest künftig die Fäden in der Hand. Mitte September wolle er sich dann aber in den Urlaub verabschieden. Dem neuen Stadtchef gibt Möckel als Tipp mit: "Tue der Stadt Bestes." Und er sagt: "Die Zusammensetzung des Stadtrates mit den vielen Parteien ist nicht einfach. Mehrheiten zu finden, wird schwierig. Es braucht Fingerspitzengefühl."

Der neue OB Kohl blickt gelassen auf die bevorstehende Arbeit. "Ja, es braucht Talent und Fingerspitzengefühl. Und ich bringe viel Erfahrung mit." Als ein Projekt für die kommenden Wochen nennt er die Arbeit am Haushalt für das laufende Jahr. Zu seiner Wiederwahl und der offiziellen Amtsübergabe sagt er: "Es ist natürlich Freude dabei."

Kohls unterlegene Kontrahenten bei der OB-Wahl geben dem Stadtchef noch andere Ratschläge mit auf den Weg. Jens Müller (Freie Wähler) weist darauf hin, dass jetzt vor allem die Gleichbehandlung der zuvor eigenständigen Orte wichtig sei. "Wir haben uns bewusst für eine Fusion von Bad Schlema und Aue entschieden, nicht für eine Eingemeindung von Bad Schlema nach Aue." Offen hält sich Müller seine politische Zukunft. Den Posten als Beigeordneter hat er als ehemaliger Bürgermeister von Bad Schlema zwar sicher, aber: "Mein weiteres Mitwirken hängt davon ab, für welches Aufgabengebiet ich als Beigeordneter die Verantwortung übernehmen werde."

Künftig als Stadträte tätig sind hingegen Stefan Hartung (NPD) und Andreas Rössel (Linke) - beide waren zur OB-Wahl gegen Kohl angetreten. Rössel wünscht sich von OB Kohl, dass dieser "ein Stück weit Bad Schlemaer im Herzen wird" und künftig mehr Bürgernähe zeige.

In Schwarzenberg, einer der Partner von Aue-Bad Schlema im Städtebund Silberberg, lenkt seit nun genau 18 Jahren eine Frau die kommunalen Geschicke. Am 1. August 2001 hat Heidrun Hiemer (CDU) ihr Amt als Oberbürgermeisterin angetreten.

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