Massiver Zoff unter den Freien Wählern

Die konstituierende Sitzung des Stadtrates von Grünhain-Beierfeld ist von Unstimmigkeiten einer Gruppierung geprägt gewesen. Thomas Schürer hat den Verein verlassen.

Grünhain-Beierfeld.

Mit zehn Sitzen im Stadtrat, die die Freien Wähler zur Kommunalwahl im Mai dieses Jahres für sich erkämpft hatten, haben sie ihr bislang bestes Ergebnis eingefahren und könnten sich eigentlich als Sieger feiern. Doch weit gefehlt. Die Freien Wähler in Grünhain-Beierfeld liegen im Clinch. Das trat zur konstituierenden Sitzung offen zu Tage.

Eigentlich haben alle Parteien und Gruppierungen in Vorbereitung dieser ersten Sitzung ausreichend Zeit, Kandidaten für die Stellvertreterposten oder für die Besetzung der Ausschüsse festzulegen. Doch das, was in der jüngsten Sitzung des Stadtrats von Grünhain-Beierfeld geschehen ist, kann man getrost als Eklat bezeichnen. Denn überraschend für alle, zogen René Auerswald und Bettina Blechschmidt (beide Freie Wähler) ihre Kandidatur als Stellvertreter des Bürgermeisters zurück. Zu den Gründen dieser Entscheidung sagte Blechschmidt während der Sitzung lediglich, dass es nach dem Treffen der Freien Wähler und der Wahl der Kandidaten Probleme gegeben habe. Mehr wolle sie dazu nicht sagen.

René Auerswald erklärte später dazu auf Nachfrage, dass ursprünglich wohl keine Wahl innerhalb der Freien Wähler vorgesehen war, er als Fraktionsvorsitzender aber darauf bestanden habe. Bei dieser Wahl setzten sich Auerswald und Blechschmidt gegen Thomas Schürer und Michael Nagler durch. So schilderte Auerswald die Hintergründe. Im Nachgang dieser Abstimmung innerhalb der Freien Wähler habe es zudem Versuche gegeben, diese beiden Kandidaturen zu verhindern. In Folge dessen haben er und Bettina Blechschmidt entschieden, ihre Kandidaturen zurückzuziehen.

Zurück zur Sitzung: Als die Wahl der Stellvertreter begann, und die Stadträte nacheinander namentlich aufgerufen und in die Wahlkabine geschickt wurden, lehnten sowohl Auerswald als auch Blechschmidt ab, dies zu tun. Auch Jörg Bach (ebenfalls Freie Wähler) verweigerte, sein Votum abzugeben. Damit wurden diese Stimmen als Enthaltung gewertet. Am Ende wurden sowohl Rico Weiß als auch Bodo Wendt (beide CDU) trotz des offen ausgetragenen Streits in den Reihen der Freien Wähler mehrheitlich zum ersten und zweiten Stellvertreter des Bürgermeisters gewählt.

Ähnliches Hickhack folgte bei der Besetzung der Ausschüsse. Dort stellten sich die Freien Wähler ein Armutszeugnis aus. Mit der Besetzungsliste im Beschlussvorschlag konfrontiert, stellte René Auerswald dem Bürgermeister die Frage, wer denn eigentlich die Besetzung der Ausschüsse vorschlägt. Joachim Rudlers Antwort: "Das hat euer Vereinsvorsitzender Manfred Wartig getan." Für Auerswald ist das ein Unding. "So etwas muss gewählt werden, vor allem, wenn man zehn Sitze im Stadtrat hat", echauffierte er sich im Nachgang gegenüber der "Freien Presse". Bereits während der Sitzung machte Auerswald klar, dass er sich nicht durch Thomas Schürer vertreten lassen wolle: Zudem lehnte er ab, ihn in Ausschüssen zu vertreten. Gleichzeitig informierte Auerswald, dass Schürer am 8. August aus dem Verein Freie Wählergemeinschaft ausgetreten sei. Schürer selbst sagte in dieser Runde nichts und ließ die Angriffe gegen seine Person wortlos über sich ergehen. Rosemarie Frey (Die Linke) wurde stattdessen vom Stadtrat als Vertretung für Schürer im Technischen Ausschuss und im Betriebsausschuss bestimmt. "Wir lassen zurzeit rechtlich prüfen, ob diese Ausschussbesetzung überhaupt so rechtens ist", so Auerswald.

Thomas Schürer äußerte sich auf Nachfrage sehr zurückhaltend: "Es laufen sehr unschöne Dinge gegen mich, die mich sehr enttäuschen und die ich mir hätte so auch nicht vorstellen können. Mehr möchte ich dazu momentan nicht sagen." Gleichzeitig machte er deutlich, dass er seinen Auftrag, den der durch die Wähler im Mai erhalten hat, ausführen möchte. Für Schürer, stets für die Freien Wähler angetreten, ist es die vierte Legislatur. Im Mai hatte er als Kandidat der Freien Wähler die meisten Stimmen auf sich vereinen können.

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