Meisterlicher Hausmeister genießt nun den Ruhestand

Nach 47 Arbeitsjahren, die letzten 16 im Gymnasium Schwarzenberg, geht Karl- Heinz Melzer in Rente. Der Abschied am Freitag bewegte alle Beteiligten.

Schwarzenberg.

Mit dem traditionellen Weihnachtsliedersingen im Treppenhaus haben sich Schüler, Lehrer und Gäste des Schwarzenberger Bertolt-Brecht-Gymnasiums am letzten Schultag des Jahres auf die Feiertage eingestimmt. In der Aula gab es danach noch ein Ereignis: die Verabschiedung einer Institution.

Wer dabei durchweg Lob erntet, herzlichen Beifall erhält, zahlreiche Hände schütteln muss und oft umarmt wird, hat im Berufsleben vieles richtig gemacht, um nicht zu sagen alles. Das trifft zu auf Karl-Heinz Melzer. Nach 47 Arbeitsjahren - 10 im Bau- und Montagekombinat Süd, 21 als Hausmeister in Schwarzenberger Förderschulen und die letzten 16 als Hausmeister des Bertolt- Brecht-Gymnasiums in Schwarzenberg - kann der 63-Jährige nun den Ruhestand genießen. Schulleiter Werner Löser betonte in der Dankesrede für den "Tausendsassa", dessen Wirken sei mit dem Titel "Held der Arbeit" nicht genug zu würdigen. "Sie hinterlassen ihrem Nachfolger große Fußstapfen." Und das nicht nur, weil Melzer tolle Rasenmäher-Ideen hatte und bergab rollende Abfallcontainer aufhalten konnte.

Die letzten Arbeitsjahre waren für "Karli" alles andere als ruhiges Vorbereiten aufs Rentnerleben. Die 100-Jahr-Feier von Haus 1 des Gymnasiums 2016 und die brandschutztechnische Rundum-Ertüchtigung dieses Gebäudes verlangten auch ihm alles ab. Der gelernte Baufacharbeiter meisterte dank seiner Erfahrungen und seines Geschicks neben Alltagsanforderungen auch Probleme überlegt und ruhig. "Gut, dass es nach außen so gewirkt hat", meinte er dazu mit einem Augenzwinkern. Trotz der vielfältigen Aufgaben im Innen- und Außenbereich der Häuser 1 und 2 des Gymnasiums "konnte man mit ihm immer mal einen Plausch machen, auch mit einem persönlichen Anliegen zu ihm kommen", so Lehrerin Annerose Reinold. "Er war früh da, spät, in den Ferien - kurz, ein besonderer Hausmeister."

Bewegt von all den bewegenden Worten, wehrte Karl-Heinz Melzer bescheiden ab. Mit seiner Frau, die ihm bald in den Ruhestand folgt, will er viel reisen, nicht nur zur Tochter im Breisgau. "Ich bin dann mal weg", sagte er. In seiner "alten Schule" ist er jederzeit willkommen.

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