Mineraliensammler werden immer fündig

Wenn die Liebhaber und Experten ihre "Schätze" auftischen, dann funkeln die Augen des Gäste. Sie alle sind "steinreich".

Bad Schlema.

Es ist für viele Sammler und Liebhaber von Mineralien wie eine Schatzsuche, wenn sie bei den Ausstellungen durch die Reihen gehen. Das ist am gestrigen Sonntag im Kulturhaus "Aktivist" in Bad Schlema, wo die 24. Mineralienbörse ausgerichtet wurde, nicht anderes gewesen.

Ob Mineralien aus der Region oder Gesteine aus aller Welt - die große Vielfalt, die angebotenen und gezeigt wurde, hat die Sammlerherzen wieder höher geschlagen lassen. Insgesamt 42 Aussteller zeigten ihre Schätze. Der Auer Peter Schlegel vom Organisatoren-Team, der selbst zum Ausstellerkreis gehörte, war am Nachmittag sehr zufrieden: "Die Börse ist sehr gut besucht, und das Interesse der Leute ist weiterhin groß."

Mittendrin im Getümmel an den Ständen hat sich auch Tonik Güttler umgesehen. Der 47-Jährige aus Eppendorf sitzt nach einem schweren Unfall, den er im vergangenen Jahr erlitt, im Rollstuhl. Doch davon lässt er sich nicht unterkriegen. Wie er selbst sagt, sei das Sammeln von Mineralien neben der Familie sein Lebensinhalt. Diesem Hobby geht er bereits seit seinem sechsten Lebensjahr nach: "Damals war ich mit meinem Opa in einem Steinbruch und habe dabei einen Quarzkristall gefunden. So hat sich das Ganze über die Jahre entwickelt." Mittlerweile zählt seine Sammlung rund 3000 Mineralien. Der Schwerpunkt liegt auf Fundstücken aus dem Raum Ehrenfriedersdorf, doch es seien auch Klassiker aus anderen ostdeutschen Bergbaurevieren dabei.

Besonders groß war die Freude, als Güttler eine ganz charakteristische Quarzstufe in Händen halten konnte, die aus dem ehemaligen Bergbaurevier in Pöhla stammt, und die Peter Schlegel bei einem der Händler der Mineralienbörse in Bad Schlema speziell für ihn vermittelt hat. "Das ist ein außergewöhnlich schönes Stück. Die Börse in Bad Schlema ist immer ein Garant für schöne Stufen", freut sich Güttler und meint: "Was mich daran so fasziniert, ist die Natur, die Gesteine in vielfältigsten Ausbildungen gestaltet und geformt hat." Beruflich ist Tonik Güttler, der Brandoberinspektor ist, seit nunmehr 20 Jahren bei der Berufsfeuerwehr in Chemnitz tätig. Zudem sei er als Rettungsassistent viele Jahre Notfallrettung gefahren: "Ich kenne das Leben von den dunkelsten Seiten. Vor meinem Unfall habe ich immer im Heute gelebt und nach der Devise: Jetzt erst recht." Sein Traum von einem Mineralienmuseum sei jedoch nach dem Unfall geplatzt. Allerdings wird in seinem Haus nun ein etwa 50 Quadratmeter großes Mineralienzimmer eingerichtet.

Dr. Reinhold Placht, den Tonik Güttler zufällig in Bad Schlema getroffen hat, ist nicht nur einer seiner behandelnden Ärzte, sondern mittlerweile auch ein guter Freund. "Wir sind zusammen viele Jahre im Rettungsdienst gefahren und haben uns dort kennengelernt", erzählt der in Mittweida niedergelassene Chirurg. Die Beiden wussten lange Zeit nicht, dass sie das Stein-Hobby teilen. "Mineralien habe ich nicht wie viele andere als Sammlung. Vielmehr sehe ich den medizinischen Aspekt. Man kann Mineralien bei Therapien mit einsetzen", erklärt der Chemnitzer. "In der Alternativmedizin haben heimische Kräuter genauso ihren Platz wie Mineralien. Beides hat Wirkungen auf den Organismus", so der Mediziner.

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