Mit Gottesdienst starten Zschorlauer ins Passionsspieljahr

Zu Ostern 2020 gibt es acht Aufführungen, die vom Leiden Christi erzählen. Jetzt beginnt das konzentrierte Vorbereiten.

Zschorlau.

Katrin Seifert, Pfarrerin der evangelischen Kirche Zschorlau, erzählte zum Allianzgottesdienst in der Turnhalle des Ortes am gestrigen Ostermontag vom "Emmausgang". Zwei Jünger Jesu treffen den auferstandenen Christus -- allerdings erkennen sie ihn nicht. Erst als er das Brot bricht, wird ihnen klar: Der Herr ist wirklich auferstanden. In diesem Moment ist er aber auch schon wieder verschwunden. Als nach dem Gottesdienst die Zusammenkunft des Passionsspielvereins Zschorlau beginnen sollte, suchte dessen Vorsitzender, Dieter Schürer, ebenso vergeblich nach den beiden Darstellern des Jesus. "Es ist Ostermontag, man möge es ihnen verzeihen", sagte er.

Allerdings erwartet er bei den jetzt anstehenden Proben Teilnahmedisziplin von den rund 150 Darstellern. Zu Ostern 2020 soll es insgesamt acht Aufführungen des Passionsspiels in Zschorlau geben. Der gestrige Gottesdienst war auch deshalb ein besonderer, weil er der Auftakt zum Passionsspieljahr war. "Das heißt für alle Beteiligten, dass wir uns ab jetzt konzentrierter und gezielter vorbereiten", sagte Schürer. Und: "Ab jetzt dürfen und sollen die Bärte wieder wachsen." Tobias Friedrich, Michael Dehnel, Thomas Friedrich und Reinhard Schramm sind schon in Vorleistung gegangen. "Da kommt aber noch einiges dazu am Kinn und auf dem Haupt", meint Reinhard Schramm. "Das Gefranse gehört dann bald wieder zum Ortsbild von Zschorlau."

Torsten Kleditzsch

Die Nachrichten des Tages:Der „Freie Presse“-Newsletter von Chefredakteur Torsten Kleditzsch

kostenlos bestellen

In dem Ort wird das Passionsspiel alle fünf Jahre aufgeführt. Man sei immer bemüht, den Zuschauern etwas Neues zu bieten, erklärt Dieter Schürer. Den Gedanken, mit LED's Kulissen zu zaubern, habe man aber bewusst wieder verworfen. "Wir haben erst in der letzten Saison unsere schönen Vorhänge angeschafft, die kommen auch dieses Mal zum Einsatz." Etwas Neues werden Zuschauer, die immer wiederkommen, allerdings auch 2020 auf der Bühne entdecken: Die Priester und die römischen Soldaten bekommen neue Kostüme. Die werden in Zusammenarbeit mit der Hochschule in Schneeberg angefertigt. Die neuen Kleider werden am 31. August ausgeteilt. "Ich denke, wir finden für jeden etwas Passendes aus unserem mittlerweile erheblichen Fundus, auch für die Neuen", sagte Schürer.

Insgesamt 180 Mitwirkende sind vor und hinter der Bühne im Einsatz. Diese kommen aus der evangelisch-lutherischen Landeskirche, der evangelisch-methodistischen Kirche und der Landeskirchlichen Gemeinschaft der Ortsteile Zschorlau, Albernau und Burkhardtsgrün. Alle Darsteller sind Laien. In den bisherigen fünf Spielzeiten fanden 38 Aufführungen statt mit 27.100 Besuchern aus ganz Deutschland.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...