Musikfest Erzgebirge regt in diesem Jahr zum Träumen an

Vom 6. bis 16. September erlebt diese Reihe von hochkarätigen Konzerten ihre nun fünfte Auflage. Besucher können sich freuen: tolles Programm, bekannte Mitwirkende.

Hans-Christoph Rademann - für den Schwarzenberger ist das Musikfest Erzgebirge immer ein Traum gewesen, der nun Realität wurde.

Von Heinrich Auerswald

Zwei Jahre sind schnell vergangen. Das Musikfest Erzgebirge - im Zweijahresabstand veranstaltet - steht wieder auf dem Programm, erlebt 2018 seine fünfte Auflage. Unter dem Motto "Träume" gibt es vom 6. bis zum 16. September eine vielversprechende Reihe von Konzerten - in Zschopau und Marienberg, in Annaberg-Buchholz und Grünstädtel, in Schlettau und Grünhain, auch in Freiberg, Stützengrün, Schneeberg und Schwarzenberg.

Der aus Schwarzenberg stammende Intendant des Festes, Hans-Christoph Rademann, sagt über das diesjährige Motto: "Träume, die wir Menschen haben, Liebesträume, Verheißungsträume, Träume von einer besseren Welt... Die Musik kann uns dabei helfen; sie inspiriert uns, sie erhebt uns und spornt uns an. Es geht hier um die kreative Kraft von Träumen, um die Potenziale von Initiativen im ländlichen Raum." Und der Musikwissenschaftler Martin Morgenstern schreibt: "Für uns und für viele Komponisten, deren Werke beim Musikfest Erzgebirge erklingen werden, sind die Träume ganz wichtig, sie gehören zum Leben dazu wie Essen und Trinken. Und sie weisen doch gleichzeitig über uns, unsere Zeit und unsere Existenz ein kleines bisschen hinaus - I have a dream."

Insofern ist es nicht verwunderlich, dass 2018 "Barocke Circusträume" in Annaberg einbezogen werden. Der Artist und Zirkusexperte Tim Fischer konkretisiert: "Wir möchten gerne die Artisten von heute mit der Musik und der künstlerischen Idee von Astley konfrontieren und daraus etwas Neues schaffen." Philip Astley hatte vor genau 250 Jahren in London den modernen Circus gegründet.

Das Musikfest lebt in bewährter Weise von der Vielseitigkeit der Genres und bewegt sich deshalb auch im weiträumigen Erzgebirgskreis - wie erwähnt von Zschopau bis Stützengrün. Die Sparten Kammermusik und Solo-Interpretationen sind diesmal angesiedelt in Grünstädtel - dem Geburtsort des Komponisten Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749), in Augustusburg, Annaberg und Schneeberg.

Die Besucher können sich wieder auf Spitzenensembles freuen. Die Veranstalter konnten beispielsweise den lettischen Rundfunkchor verpflichten, der Knabenchor Hannover, die Barock-Orchester Wroclaw und "La Folia". Für die erzgebirgischen Kantoreien und die Erzgebirgsphilharmonie dürfte die Gestaltung von Mendelsohns "Lobgesang" in Marienberg ein besonders nachhaltiges Erlebnis werden. Die Leitung dieses Ereignisses liegt in den Händen des bewährten britischen Chordirigenten Howard Arman. Dieser außergewöhnliche Musiker behauptet: "Ich bin der Überzeugung, dass das Chorsingen das Herzblut einer Gesellschaft ist. Der Chorgesang ist eine der ältesten Traditionen, die wir noch lebendig pflegen! Andere Sachen kommen und gehen... Und Sie haben im Erzgebirge diese wunderbaren Kirchen!"

Insofern dürften für die "Herzblut-Chorsänger" die Konzerte in Grünhain und Schwarzenberg das Non-plus-ultra sein. Hans-Christoph Rademann wird mit "seinem" Kammerchor aus Dresden alte Meister aus der Zeit des 30-jährigen Krieges und Händels Oratorium "Jephta" zelebrieren. Zitat: "Ein musikalisches Portrait zeichnen wir mit einem durchkomponierten Programm in Grünhain (Geburtsstadt von Johann Hermann Schein) und Dresden." Damit schließt sich auch der große musikalische Bogen, der sich von Dresden aus über das Erzgebirge hinweg nach Deutschland und darüber hinaus spannt. Davon sollten sich in jedem Falle viele Leute anregen lassen - zum Hören und zum Träumen.

www.musikfest-erzgebirge.de

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