Nach Unfall: Gericht verurteilt Porschefahrer

Ein Richter hat jetzt den Führerschein eines Mannes eingezogen - weil der 50-Jährige eine Karambolage verursachte.

Aue/Rittersgrün.

Die Automarke trifft keine Schuld. "Sie wurden nicht bestraft, weil sie Porsche fahren, sondern weil sie rücksichtslos gefahren sind. Sie waren nur auf ihr schnelles Fortkommen bedacht", stellte Richter Detlef Kramer bei einer Verhandlung am Mittwoch im Auer Amtsgericht fest. Er verurteilte einen 50-Jährigen wegen fahrlässiger Körperverletzung sowie wegen Gefährdung des Straßenverkehrs zu einer Geldstrafe in Höhe von 5600 Euro und zur Sperre des Führerscheins für neun Monate.

Am 6. Februar dieses Jahres war der Westsachse mit seinem Porsche vom Fichtelberg in Richtung Rittersgrün unterwegs und verursachte einen Unfall. "Ich hatte es sehr eilig, weil ich plötzlich meinen Sohn von der Schule abholen musste", sagte er und räumte seine Schuld am Unfall ein. Obwohl er zuvor Alkohol getrunken hatte, gab er Gas. Mehrere Zeugen erklärten, dass ihnen die rücksichtslose Fahrweise aufgefallen sei. "Aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse bin ich ungefähr 60 km/h gefahren. Der Porschefahrer fuhr aggressiv, drängelte und wollte mehrfach auf der schmalen Straße überholen", berichtete ein 41-Jähriger. "Seine Überholmanöver gefährdeten alle. Auch ich musste abbremsen", sagte ein Polizist, der seinen Winterurlaub im Erzgebirge verbrachte.

Im Breitenbrunner Ortsteil Ehrenzipfel kollidierte der Porsche ausgangs einer Linkskurve mit einem entgegen kommenden Golf. "Wegen der überhöhten Geschwindigkeit kam er auf meine Fahrbahn", erklärte die VW-Fahrerin. Zwar blieben sie und ihr Lebensgefährte unverletzt, doch ihr neunjähriger Sohn erlitt einen Schock: "Er weinte, schrie und zitterte." Am Auto der Familie aus dem Spreewald entstand durch den Zusammenstoß ein wirtschaftlicher Totalschaden. Gesamtschaden an beiden Wagen: etwa 30.000 Euro.

Eine Notärztin versorgte das Kind, kümmerte sich auch um den Porschefahrer, dem Blut entnommen wurde. Das Gericht konnte so feststellen, dass er 0,47 Promille Alkohol intus hatte. Er sei nicht mehr fahrtüchtig gewesen. "Zum Glück gab es bei dem Unfall keine schweren Verletzungen, nur den Schock des Kindes", so der Richter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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