Nachwuchskünstler toben sich kreativ aus

Im 16. Kinder- und Jugendkunstsymposium auf Schloss Schwarzenberg wird gefilzt, geklöppelt, geschnitzt, und gemalt. Das Thema Begegnungen findet vielseitig Ausdruck.

Aue/Schwarzenberg.

Noch älter als die Kunst des Webens ist das Filzen. Das alte Handwerk erlernen derzeit junge Leute auf Schloss Schwarzenberg im 16. Kinder- und Jugendkunstsymposium. Die Lauge dient dabei nicht nur zum Kneten, Quetschen und Drücken der Schafwolle. Dicke Seifenblasen, mehr als handtellergroß, lockern die Stimmung in der Runde auf. Denn beim Filzen, das weiß Expertin Sabine Schmidt, ist Geduld gefragt.

"Es dauert eine Weile, bis die Wolle die gewünschte Form hat, nachdem sie mit Seifenwasser getränkt, immer wieder gewalkt wurde und auf diese Weise verfilzt." Das macht das Material formbar. So entstehen unter anderem Zipfelmännchen. Schmidt: "Vieles ist möglich." Beim Trockenfilzen auch figürliche Dinge wie ein Igel mit Apfel und eine Meerjungfrau.


Die Technik ist uralt, weil man kaum Werkzeug braucht. "Wasser und Hände, Seife ist nicht mal unbedingt nötig", so Schmidt, die den Jugendlichen im Schlossturm mit Rat und Tat zur Seite steht. Zudem sind gefilzte Dinge - früher etwa Hüte, Walker und Jurten - schwer entflammbar und wasserabweisend. "Ganz alte Sachen sind nur nicht überliefert, da sie aufgrund des Naturmaterials mit der Zeit verrotten." Heutzutage stehen laut Schmidt eher dekorative Arbeiten im Vordergrund. "Schön, dass dieses alte Handwerk zum Symposium gehört."

Bis zum heutigen Sonnabendmittag ist das Schloss ein Mekka für kreative Geister. Es fliegen die Klöppel sowie die Späne beim Schnitzen. Pinselstrich um Pinselstrich entstehen tolle Bilder. Angeleitet von Experten des jeweiligen Fachs entfalten sich rund 80 Nachwuchskünstler nach Herzenslust. Schon am Donnerstag erlebten Amelie (13) und Lucy (12) einen gelungenen Einstand. Im Vorab-Workshop Kulturhaus in Aue erläuterte die Dresdner Künstlerin Sabrina Bochmann, worauf es ankommt, wenn man Manga-Figuren, Comic-Szenen und Emotionen zu Papier bringen will. "Wir haben viel gelernt und wertvolle Tipps erhalten. Zum Beispiel, wie man Stift und Pinsel bei bestimmten Schwüngen am besten hält", berichten die Schwarzenbergerinnen. Den Verlust einer Freundin, die weggezogen ist, verarbeitet Amelie in ihrem aktuellen Bild. Ein zweigeteilter Kopf mit Engelchen und Teufelchen im Sinn nahm sich Lucy vor.

Sputen muss sich Luca-Pascal, der einen stattlichen Astronauten aus dem Holz schält. "Ich fand, das passt zum Thema Begegnungen. Gerade mit Blick auf die Mondlandung und so", sagt der 15-Jährige, der gern zeichnet und viel ausprobiert. "Das Schnitzen liegt mir und ist eine tolle Möglichkeit, kreativ zu sein", so der Schwarzenberger, der es genießt, sich mal ganz im Hobby fallen zu lassen. "Das Symposium gefällt mir, weil ich da mal alles andere für eine Weile ausblenden kann."

Gut voran kommen Sophie, Svenja und Johanna mit ihrer Gemeinschaftsarbeit aus feinen Fäden. Ein Unfall mit mehreren Autos plus Polizeiwagen - das war ihre Idee zum Thema "Begegnungen", während andere ein Liebespaar oder eine Giraffe mit Jungtier klöppeln. Außergewöhnlich und zum Glück nur mit nachgebildeten Blechschäden kommt indes das Klöppelwerk des Trios daher. Tatsächlich sind abgefallene Räder und platte Reifen erkennbar. "Es ist knifflig, aber von allen Ideen, gefiel uns diese am besten", so die Siebtklässlerinnen, die die Oberschule Beierfeld besuchen. Das Symposium fanden die Mädels "toll". In Gemeinschaft klöpple es sich gleich noch mal so gut.

Alle Arbeiten der Symposien 2018 und 2019 sind ab 5. September im Auer Kulturhaus zu sehen.

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