Nahverkehrsbetrieb erzielt erste Erfolge mit neuen Angeboten

Plus-Bus, Expressbus, Ausbau Stadtverkehr - der RVE hat einiges auf den Weg gebracht. Doch wie groß ist die Resonanz? Und welche Neuerungen sind in Zukunft geplant?

Aue/Schwarzenberg.

Weiße Flecken im Angebot. Anschlussbusse, die vor der Nase wegfahren. Bummelfahrten ins nächstgelegene Zentrum. Das sind nur einige Probleme des Öffentlichen Nahverkehrs im Erzgebirgskreis, die auch im Kreistag und seinen Ausschüssen des Öfteren debattiert wurden.

Jüngst erstattete Lutz Zulauf, Planungschef der Regionalverkehr Erzgebirge GmbH (RVE), im Technischen Ausschuss Bericht, denn eine ganze Reihe von Projekten wurden auch von Kreisräten angestoßen: Sie nennen sich Plus-Bus, Expressbus, touristische Linien, sind aber auch in einigen Stadtverkehren zu finden. Zulauf sagte dazu in der Ausschusssitzung: Die Neuerungen haben den Öffentlichen Nahverkehr im Erzgebirgskreis seit anderthalb Jahren "um einiges attraktiver gemacht".

Als Glücksgriff entpuppte sich laut Zulauf die seit 13. August neu angebotene Expresslinie 383 zwischen Aue und Chemnitz, die in der Woche insbesondere von Berufspendlern und -schülern und am Wochenende von Einkaufslustigen gut genutzt werde. Bestwerte erreiche sie wochentags früh, noch vor 6 Uhr. "Da sind oft drei Viertel der 44 Sitzplätzebelegt", so Zulauf. Die Busse fahren auch bis nach Schwarzenberg und Schneeberg. Mittlerweile werde daran gearbeitet, die vorerst nur bis 3. Dezember 2019 genehmigte Strecke fortzuführen.

Zuwachs zu verbuchen haben aber auch solche Strecken wie die Linie 210 zwischen Chemnitz und Annaberg-Buchholz - vor allem weil am Wochenende die Anschlusssituation am Hauptbahnhof in Chemnitz verbessert worden sei. So hat sich etwa allein die Zahl der Aussteiger in Chemnitz von 30 auf 60 verdoppelt, der Einsteiger Richtung Annaberg von 30 auf 40 erhöht. Und Zulauf ist sich sicher: Dass diese Linie nun auch an den Wochenenden bis nach Oberwiesenthal führt, hat Fahrgastzuwachs gebracht. Nutzten das Angebot bis Sommer 2017 täglich durchschnittlich 10 Fahrgäste, sind es mittlerweile 50 bis 60.

Steigerungen bei der Anzahl von Fahrgästen gab es auch auf der Linie 330 Schwarzenberg-Rittersgrün, die bis nach Oberwiesenthal erweitert wurde. Zwar war sie jüngst eingestellt, weil der Winter in aller Härte übers Erzgebirge fegte. "Aber Sicherheit der Fahrgäste und Fahrer gehen natürlich vor", ist sich Zulauf des Verständnisses der Kunden sicher. Nun hofft er, dass das Wetter in den Winterferien mitspielt und dadurch der Zuspruch steil nach oben geht.

Auch Änderungen in Stadtverkehren zeigten Wirkung. So honorieren offenbar die Cunersdorfer die Einbeziehung ihres Stadtteils in die Annaberger Stadtbuslinie A mit einer regen Nutzung. Kurios, so Zulauf: Bergauf fahren mehr mit, als runterzu. "Wahrscheinlich raufzu wegen der schweren Einkaufstaschen", vermutet er. "Und weil Fahrgäste sonst die ganze Stadtbusrunde mitfahren müssen."

Anderes Bild in Schwarzenberg: Dort wurde der Fahrzeugumlauf auf der Linie in den Ortsteilen Heide und Sonnenleithe zwar verdoppelt, auch um die Anschlusszeiten zur Bahn noch optimaler zu gestalten. Doch eine deutlich höhere Inanspruchnahme habe sich bislang noch nicht abgezeichnet. "Das müssen wir weiter beobachten", schätzt Zulauf ein.

Das trifft auch auf andere Neuerungen zu. Nur wenig mehr Fahrgäste am Wochenende gab es im vergangenen Jahr beispielsweise auf der Linie 441 Ehrenfriedersdorf-Elterlein-Schwarzenberg. "Das kann aber auch an den Bauarbeiten gelegen haben", so Zulauf. Auch ganz wenig genutzt werde die Verbindung zwischen Annaberg-Buchholz und Oberwiesenthal bei den Samstag- und Sonntagsangeboten nach 19.40 Uhr. Durchschnittlich zwei Fahrgäste habe man da gezählt.

"Ein gut gemeintes Angebot ist das eine, das andere ist unsere Pflicht, sorgsam mit Steuermitteln umzugehen", so Zulauf. Deshalb werde es auch immer wieder Abstimmungen geben müssen. Auch für die aktuellen Vorhaben, etwa den Ausbau der Plus-Bus-Angebote zwischen Olbernhau-Marienberg-Chemnitz. "Da gibt es Überlegungen für einen Eilbus", so Zulauf. Zudem will die RVE für gute Anschlüsse zur Bahnstrecke Chemnitz-Thalheim-Aue sorgen. "Da schwebt uns ein Eilbus von Schwarzenberg bis Zwönitz, eventuell sogar bis Stollberg vor." Damit könnte die Region von der künftigen, ausgebauten Bahnlinie zwischen Chemnitz, Thalheim und Aue profitieren. Doch ohne entsprechende Finanzmittel, so Zulauf, komme da nichts in Fahrt.

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