Neue Vereinschefin wirbt für Kater Morli

An der Spitze des Tierschutzvereins hat es einen Personalwechsel gegeben. Vorsitzende ist nun Susanne Trommler - und die hat es gleich mit einem echten Sorgenkind zu tun: einem Stubentiger mit Immunschwäche.

Bockau.

Morli ist ein Schmusekater. Betritt jemand das Domizil dieses schwarzen Stubentigers, schmiegt er sich an den Besucher, stupst ihn an, fordert ihn geradezu zu Streicheleinheiten auf. "Ein Schatz", sagt Susanne Trommler, dieneue Vorstandsvorsitzende des Tierschutzvereins Aue-Schwarzenberg und Umgebung, und fährt Morli sanft über den Rücken.

Leicht zu vermitteln ist jener liebebedürftige Bewohner des Bockauer Tierheims trotzdem nicht. Eine Immunschwäche plagt das Tier. Die Krankheit ist auf Menschen nicht übertragbar, aber auch nicht heilbar. "Sie erfordert einen Einzelplatz - oder ein Zweittier, das ebenfalls betroffen ist", erklärt Trommler. Außerdem fehlt Morli neuerdings der Schwanz. Nur ein Stummel blieb nach der Amputation übrig, die unumgänglich war. Niedlich ist der Kater dennoch. "Er hat sich wie besessen gebissen, ist förmlich die Wände hochgegangen." Seit der Operation ist das vier bis fünf Jahre alte Tier wieder ausgeglichen und prima drauf. "Wir würden uns freuen, ein liebevolles Zuhause für ihn zu finden", sagt Trommler.

Dabei ist Morli nur ein Sorgenkind des Vereins, der sich Ende 2019 neu formiert hat. So schied Christiane Fuchs als langjährige Vorsitzende und Tierheimleiterin aus. "Wir sind ihr für das Geleistete sehr dankbar", sagt Trommler. Christiane Fuchs und ihr Mann Wolfgang bauten federführend in der früheren Papierfabrik das Heim auf, für das der Tierschutzverein Träger und Gebäudeeigentümer ist. Stets streitbar setzte sich die Frau aus Lauter resolut fürs Wohl von Tieren ein, die abgegeben, ausgesetzt oder gefunden wurden. "Es war oft ein Kampf, aber auch eine schöne Arbeit. Darauf muss man sich freiwillig einlassen und darf nicht nachgeben, weil man für die Tiere spricht", sagt Fuchs, die seit 1997 an der Spitze des Vereins stand. "Man braucht ein dickes Fell."

Ihre Nachfolgerin kann auf die weitere Unterstützung durch Wolfgang Fuchs im Bereich Finanzen bauen. Ihre Stellvertreter sind Diana Glöckner und Stephan Wollny. Schriftführerin Ulrike Schubert zeichnet auch für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Wer das Tierheim leitet, entscheide sich in den nächsten Wochen. Bereits überarbeitet ist die Internetseite. Eine neue Notrufnummer gilt für die Abendstunden ab 16 Uhr. "Weiterhin angewiesen sind wir auf Spenden", sagt Trommler. Ob finanziell oder materiell in Form von Futter und dergleichen, sei egal. "Auch ehrenamtliche Helfer sind immer willkommen." Besonders Freiwillige, die auch Fahrdienste zum Tierarzt oder zu Futterstellen übernehmen, werden gesucht. "Um alles zu stemmen, wurden zwei Leute eingestellt." Hinzu kommen Aufwandsentschädigungen für Hausmeister und Aushilfen. "Nur so können wir alles am Laufen halten. Wir sind auf jede Einnahme und Spende angewiesen."

Mit den Kommunen aus dem Altkreis, die aufs Tierheim Bockau zurückgreifen, strebe man Pauschalumlagen für die Aufnahme von Fundtieren an. "Das ist für uns besser kalkulierbar und mit einigen schon so vereinbart", sagt Trommler. Jedes Tier zähle. "Sonst ist es irgendwann nicht mehr finanzierbar, zumal die Kosten für Strom, Gas und Wasser stetig steigen." Großer Dank gelte allen, die die Arbeit des rund 80-köpfigen Vereins unterstützen. "Wir hoffen, sie tun das weiter." Beherbergen kann das Tierheim zum Beispiel Hunde, Katzen und Vögel. Immer benötigt werden Kittenfutter und Katzenstreu. "Und eben Ehrenamtliche, die ein Herz für den Tierschutz haben", sagt sie.


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