Neues Netzwerk "Erz-gesund" stärkt Fürsorge für Mitarbeiter

Der demografische Wandel hat viele Folgen. Eine ist der Fachkräftemangel. Im Umkehrschluss können etliche Firmen auf langjährige, versierte Mitarbeiter nicht verzichten. Ein Projekt soll das Umdenken in der Region begleiten.

Aue/Schwarzenberg.

Die Auftragslage vieler Firmen der Region ist gut. Die Qualität der Produkte und innovative Produktlösungen aus dem Erzgebirge sind gefragt. Nichts trifft einen Unternehmer da mehr, als eine neue oder weitere Krankschreibung. Denn jede Hand wird gebraucht. Schließlich sind Fachkräfte mittlerweile rar.

Der Krankenstand in Firmen und Unternehmen der Erzgebirgsregion liegt laut einer aktuellen AOK-Studie derzeit bei 5,3 Prozent und damit im normalen sächsischen Durchschnitt. Das betonte Staatsministerin Barbara Klepsch, die als Schirmherrin eines neuen Projekts der Industrie- und Gewerbevereinigung Aue (Iga) fungiert. Am Donnerstag wurde das Netzwerk "Erz-gesund" im Helios Klinikum Aue vorgestellt. "Wir müssen etwas tun für unsere Menschen. Die Unternehmen brauchen gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter", sagt Angelika Unger, Projektleiterin unterm Dach der Iga. "Der Anstoß dafür kam aus den Reihen der Wirtschaft."


Es geht um Gesundheitsfürsorge für Mitarbeiter in Unternehmen. Auf diesem Gebiet, so sind sich die vielen am Projekt beteiligten Partner einig, sei noch so manches zu verbessern. Das beginnt bei gesundheitsorientierter Arbeitsplatzgestaltung, der Überprüfung von Arbeitsabläufen unter gesundheitlichen Aspekten, reicht über Angebote zur Gesundheitsprophylaxe und schließt neue Arbeitzeitmodelle ebenso mit ein. "Wir müssen uns einfach mehr um die langjährigen Mitarbeiter in unseren Firmen kümmern. Die Arbeitsbelastung hinterfragen, um somit langfristige Krankschreibungen zu vermeiden und den Krankenstand auf lange Sicht zu senken", sagt Unger.

Das Projekt "Erz-gesund" der Iga soll impulsgebend fürs gesamte Erzgebirge sein. Dafür hat die Iga eine Kontaktstelle im Büro an der Rudolf-Breitscheid-Straße in Aue eingerichtet und mit Denise Mayer eine Expertin für betriebliches Gesundheitsmanagement eingestellt. Das Netzwerk kann im Auer Raum bereits auf insgesamt zwölf Partner wie das Helios-Klinikum, den Sportpark Aue, M.C.S. Medizin Consult aus Schneeberg oder die IHK verweisen. Doch es soll weiter wachsen. Sowohl Leistungsanbieter als auch Firmen, die diese Leistungen abrufen wollen, sollen mehr werden. "Gesundheitsfürsorge für Mitarbeiter soll künftig in jedem Unternehmen eine große Rolle spielen. Das könnte zu einem Standortvorteil für Firmen im Erzgebirge werden", formuliert Angelika Unger das große Ziel.

In einer sich anschließenden Podiumsdiskussion gaben fünf Firmenchefs aus der Region einen kleinen Einblick in die innerhalb ihrer Firmen bereits gängigen Maßnahmen und Angebote zur Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter. Vor allem das Betriebsklima sei ein entscheidender Faktor. Dazu gehöre auch eine gute Portion Humor. Wie man Humor wohldosiert und motivierend einsetzt, dazu gab Eva Ullmann vom Institut für Humor aus Leipzig den Gästen zahlreiche erheiternde sowie hilfreiche Tipps.

Henry Sobieraj, Geschäftsführer in der Nickelhütte Aue, brachte es schließlich auf den Punkt: "Unsere Kollegen kommen gern auf Arbeit." Das 450 Mitarbeiter zählende Unternehmen biete schon heute eine Reihe von Angeboten für die gesundheitliche Fürsorge. So habe man eine Sanitätsstelle, die täglich mit einer Schwester besetzt ist, um bei kleineren Verletzungen die Mitarbeiter zu versorgen. Zudem könnten die Kollegen kostenlos den Sportpark Aue besuchen. Beispiele dessen, was sein Unternehmen als Gesundheitsfürsorge bereits anbietet, nannte auch Aweba-Geschäftsführer Rüdiger Drewes. Eine gute Auftragslage sichere den Arbeitsplatzerhalt. Und das sei für die meisten Mitarbeiter wichtig: Die Jobsicherheit. "Man darf nicht außer Acht lassen, dass alles, was wir tun, ökonomischen Prinzipien unterliegt", so Drewes. Viele Firmenchefs der Region - vom Mittelständler bis hin zum kleinen Handwerksbetrieb - hätten begriffen, dass fachlich versierte, motivierte und gesunde Mitarbeiter die wichtigste Stütze fürs Unternehmen sind. Sich um deren Wohlbefinden zu sorgen, das will "Erz-gesund" forcieren. www.erz-gesund.de

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