OB-Wahl: Gehart heißt der Kandidat für die CDU

Deutliches Votum für 48-Jährigen - Vorwürfe hinter den Kulissen

Schwarzenberg.

Ruben Gehart aus Bermsgrün geht als Kandidat der CDU ins Rennen um das Oberbürgermeisteramt in Schwarzenberg. Mit einem deutlichen Votum sprachen die Mitglieder des Stadtverbandes am Freitagabend dem 48-jährigen dreifachen Familienvater das Vertrauen aus. 28 von 34 anwesenden, wahlberechtigten Christdemokraten stimmten in geheimer Wahl für den Diplom-Ingenieur, der einziger Kandidat war. Es gab fünf Gegenstimmen und eine Enthaltung.

Gehart ist gelernter Baufacharbeiter, studierter Diplom-Ingenieur und Verwaltungsbetriebswirt. Der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes kann auf 18 Jahre Erfahrungen in der Verwaltung verweisen. Bis 2016 arbeitete er im Bauamt der Stadt, war zunächst Sachgebietsleiter Hoch- und Tiefbau. Seit November 2016 ist er beim Landkreis angestellt. Gehart sprach nach der Wahl von einem starken Votum. Da es keinen Diskussionsbedarf gab, konnte der Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß, der als Tagungsleiter fungierte, die Nominierungsveranstaltung bereits nach einer guten halben Stunde beenden. Zuvor schwor Krauß seine Parteifreunde auf einen "schwierigen Wahlkampf" ein.

Dass es um die Geschlossenheit im Stadtverband nicht so gut bestellt ist, wie es das Abstimmungsergebnis vermuten lässt, zeigt sich an zwei Tatsachen. Lilly Vicedom, Vorsitzende der Frauen Union und stellvertretende Schwarzenberger Oberbürgermeisterin, war nicht anwesend. Hinter vorgehaltener Hand war sie als potenzielle Kandidatin gehandelt worden. "Lilly hatte Interesse gezeigt, sich aber nie offiziell dazu gemeldet", sagte Gehart. Zudem blieb Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer, die am 31. Juli von ihrem Amt vorzeitig zurücktritt, der Veranstaltung fern. In einer knappen Stellungnahme, die auf ihren Wunsch hin Christof Dehnel verlas, erklärte sie, warum. Dem Vorstand warf sie mangelnde Unterstützung und Respekt vor. Weder in der Fraktion noch im Stadtverband sei eine konstruktive Streitkultur möglich gewesen. "Ich kann einige Entscheidungen, die der Vorstand getroffen hat, nicht mehr mittragen", so Hiemer. Schatzmeister Hubertus Berg weist diese Vorwürfe zurück: "Sie hat uns gegenüber die Gesprächsbereitschaft aufgekündigt." Die Meinungsverschiedenheit hatte sich, laut Gehart, an der Aufstellung der Wahlliste zum Stadtrat entzündet.

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...