Öl-Havarie: Aufarbeitung läuft noch

Eine Verunreinigung des Pöhlbachs hatte Anfang November einen Großeinsatz der Feuerwehren in Oberwiesenthal ausgelöst. Und die Gefahr ist noch nicht endgültig beseitigt.

Hammerunterwiesenthal.

Die ehemalige Erzgebirgische Holz- und Leichtbau GmbH an der Oberwiesenthaler Straße in Hammerunterwiesenthal steht seit Jahren leer. 2002 war das Gewerbe für das Unternehmen wegen "Gewerbeuntersagung von Amts wegen" abgemeldet worden, erläutert Oberwiesenthals Bürgermeister Mirko Ernst (FDP). Ein im Oktober 2004 gestellter Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens sei mangels Masse abgelehnt worden. Seither ist es still geworden um das Objekt an der Bundesstraße 95 - bis zum 1. November dieses Jahres. Ein deutlich sichtbarer Ölfilm auf dem angrenzenden Pöhlbach hat an jenem Freitagabend für einen Großeinsatz der Feuerwehren im Kurort gesorgt. Auslöser der Havarie waren undichte Ölfässer, die im Inneren des Objektes lagerten.

14 Fässer, von denen eine konkrete Gefahr ausging, sind bei dem Einsatz entfernt worden, bestätigt das Landratsamt. Bei einer späteren Durchsuchung seien indes weitere 25 Behältnisse unterschiedlicher Größe gefunden worden. Es obliege nun dem Objektverantwortlichen, diese zu entsorgen oder einer entsprechenden Lagerung zuzuführen. Unterdessen bleiben aufgebaute Ölsperren und Ölbindemittel nach wie vor im Gewässer, um möglicherweise nachsickernde Ölrückstände aufnehmen zu können, erläutert Stefanie John, Sprecherin des Landratsamts. Auch der Mühlgraben, der durch die Fabrik in den Pöhlbach fließt, bleibe weiter geschlossen.

Parallel dazu sei nun in erster Linie der Eigentümer der Brache in der Pflicht, die restlichen Schadstoffe zu entfernen. "Dies wird überwacht und bei Erfordernis mit Verwaltungszwang durchgesetzt", so John. Der Eigentümer des Objektes habe auch die Kosten der vorgenommenen Maßnahmen zu tragen. Die belaufen sich laut Amt bereits auf rund 20.000 Euro. Es seien aber noch nicht alle Rechnungen eingegangen.

Unterdessen bemüht sich die Stadtverwaltung weiter um Gespräche mit dem vom Amtsgericht Chemnitz eingesetzten Liquidator - "bisher jedoch ohne messbaren Erfolg", sagt Mirko Ernst. Unter anderem strebe die Verwaltung die Bereinigung des Grundbuches an und anschließend das Erlangen von Fördermitteln. Ziel sei ein Abriss der Industriebrache - bestenfalls ein geförderter. "Es wäre sehr schön, wenn der Schandfleck an der B 95 schnellstmöglich verschwinden würde", so der Bürgermeister. Derweil tritt das Landratsamt Gerüchten entgegen, dass es schon zuvor Öleinträge in den Pöhlbach gegeben habe. "Bis zur eingetretenen Havarie war die Einlagerung der wassergefährdenden Stoffe der unteren Wasserbehörde nicht bekannt", heißt es. Eine Woche zuvor sei zwar eine Anzeige beim Abwasserzweckverband eingegangen. Daraufhin seien noch am selben Tag Wasserproben entnommen worden. Dabei konnte kein Öleintrag nachgewiesen werden.

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