Papiermühle begeistert erste Besucher

Nach zweijähriger Schließung präsentiert sich das Technische Museum in Zwönitz neu. Aber es wird weiter gebaut.

Zwönitz.

Am ersten Wochenende, an dem das Technische Museum Papiermühle Niederzwönitz nach umfangreicher Sanierung wieder geöffnet war, kamen 85 Besucher. Familie Kratzsch gehörte zu den Neugierigen. Die Chemnitzer waren vor zehn Jahren das erste Mal hier. "Wir sind von den Neuheiten absolut begeistert. Die Möglichkeiten zum interaktiven Entdecken sind toll, für Kinder deutlich ansprechender als eine reine Ausstellung", sagt Vater Arvid Kratzsch.

Die vierköpfige Familie interessierte sich besonders für die Ausstellungsstücke, die bis heute noch im Original erhalten sind, wie beispielsweise Maschinen oder Unterlagen von 1900. "Dadurch fühlten wir uns in diese Zeit zurückversetzt. Wir konnten uns gut vorstellen, wie in der Papiermühle gearbeitet und gelebt wurde", sagt Iris Kratzsch.

Die Mühle produzierte bis in die 1970er Jahre Papier. Anschließend übernahm die Stadt Zwönitz das Gebäude und gestaltete es zu einem Museum um. Die Holzteile der Fachwerkgebäude haben im Laufe der Jahre allerdings gelitten. "Eine Sanierung war unumgänglich", sagt Bürgermeister Wolfgang Triebert. Nach einer dreijährigen Planung erfolgte schließlich der Bau, der nochmals zwei Jahre in Anspruch nahm. "Die Kosten für den Umbau betrugen insgesamt 800.000 Euro, wovon 500.000 Euro aus Eigenmitteln der Stadt finanziert wurden. Außerdem wurden zwei Räume für Wechselausstellungen geschaffen. Zudem musste die Ostfassade der Papiermühle wegen massiver Feuchtigkeitsschäden komplett erneuert werden", sagt Museumsleiterin Paula Stötzer. Noch ganz frisch ist das Lärchenholz, aus dem das neue Wasserrad gebaut wurde. Der Einbau begann vor drei Wochen, Probelauf war am 9. Juli. Da war auch das letzte Teil, das Wasserbett, fertig gestellt. Ein Plateau aus Natursteinen sowie der Rundweg im Mühlgrabengarten werden noch gestaltet. Neu ist auch der elektronische Museumsführer, der in den Sprachen Deutsch, Englisch, Tschechisch und Erzgebirgisch über das Smartphone aufgerufen werden kann.

Die Arbeiten an der Papiermühle sind noch nicht komplett abgeschlossen. Ein zweiter Bauabschnitt, der circa zwei Millionen Euro kosten wird, ist in Planung. Ein Foyer mit Schauwerkstatt, Sanitäranlagen sowie ein Kreativzimmer sollen entstehen. Dazu wird ein neues Haus hinter die alte Fassade gebaut. Auch der Außenbereich soll neu gestaltet werden, für die kleinen Museumsgäste entsteht zum Beispiel ein Wasserspielplatz.

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