Pilotanlage bearbeitet Pöhlaer Gestein

Fürs künftige Erzbergwerk der SME AG sind Proben im Gange. Dabei wird an der richtigen Rezeptur für die Aufbereitung getüftelt.

Pöhla/Mittweida.

Investoren und Privatanleger haben seit Donnerstag die Möglichkeit, Unternehmensanleihen der Saxony Minerals & Exploration AG (SME) zu erwerben. Mit den Einnahmen aus dieser Anleihe - als Volumen vorgesehen sind bis zu 30 Millionen Euro - will das in Halsbrücke bei Freiberg ansässige Unternehmen vor allem die Abbauaktivitäten zu den Rohstoffen Wolfram und Fluorit in seinem Bergwerk im Luchsbachtal bei Pöhla deutlich ausweiten und in die kommerzielle Produktion überführen.

Die Anleihe hat laut SME eine Laufzeit von fünfeinhalb Jahren und soll jährlich mit 7,75 Prozent verzinst werden. Voraussichtlich am 29. Oktober endet die Zeichnungsfrist. Die Einbeziehung in den Handel im offenen Markt der Deutschen Börse erfolgt nach der bisherigen Terminplanung am 1. November.

Mit diesem Angebot für Anleger und Investoren hat nutzt SME eine Möglichkeit, den enormen Investitionsbedarf eines Untertage-Bergwerks einschließlich Aufbereitung abzudecken. Ende Mai hatte der Erkundungsschacht im Luchsbachtal die Wolframlagerstätte in 175 Metern Tiefe erreicht. Von da aus treiben die Bergleute derzeit einen waagerechten Stollen in den Berg, um aus der Lagerstätte noch mehr Erz zu gewinnen. Das wird in das Mittweidaer Gewerbegebiet Lauenhain gebracht. Dort läuft seit Anfang September eine Pilotanlage zum Aufbereiten des aus dem Schacht geförderten Erzes. Die Anlage löst Wolfram und Fluorit, auch Flussspat genannt, aus dem angelieferten Gestein.

"Sobald auf dem Bergwerksgelände bei Pöhla die eigentliche Aufbereitungsanlage ihre Arbeit aufnimmt, endet der Betrieb der Pilotanlage in Mittweida. Sie wird demontiert und kommt dann als Zusatzanlage im Luchsbachtal wieder zum Einsatz", erklärt Klaus Grund, als SME-Vorstand für Planung, Technologie und Strategie zuständig. Die Erzaufbereitung erst einmal in einer kleinen Anlage testweise und dennoch umfassend durchzuspielen, sei "definitiv eine gute Entscheidung, sagt Grund. "Wir optimieren in Mittweida kontinuierlich den Aufbereitungsprozess und sammeln Erfahrungen, die uns in Pöhla helfen werden, das beste Verfahren anzuwenden. Um die Erze herauszulösen, werden Stoffe genutzt, die natürlich abbaubar sind und das Trinkwasser nicht gefährden. An der genauen Rezeptur der Reagenzien arbeiten wir."

Den Einsatz des Verfahrens habe das Landratsamt geprüft und genehmigt, betont der SME-Vorstand. In der Mittweidaer Anlage sind im Drei-Schicht-System je sechs Mitarbeiter tätig. Bis zum Ende der genehmigten Anlagenlaufzeit Anfang September 2020 dürfen 3000 Tonnen Gestein bearbeitet werden.

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