Planer: Parkhaus mit 100 Plätzen gleicht Defizit in Altstadt aus

Schon seit Jahren gibt's die Idee, am Forstparkplatz in Schwarzenberg zu bauen. Nun liegt das als Vorschlag eines Ingenieurbüros vor, das die Stellplatzsituation analysierte und bewertete - als Entscheidungshilfe für Verwaltung und Räte.

Schwarzenberg.

Was viele Bewohner und Besucher der Schwarzenberger Altstadt schon lange sagten, was die Tafelrunde "Ritter Georg" aus ehemaligen, nun im Ruhestand befindlichen Mitarbeitern des Rathauses 2013 wieder in die Debatte warf, liegt jetzt schwarz auf weiß von einem Ingenieurbüro vor. "Der Umbau des Forstparkplatzes an der Erlaer Straße zu einem Parkhaus ist die einzige Möglichkeit, die Anzahl der Parkstellflächen im Gebiet der Altstadt wesentlich zu erhöhen", so steht es im Parkraumkonzept, das die Stadträte in der jüngsten Sitzung bei vier Enthaltungen beschlossen. "Freie Presse" fasst die wichtigsten Schlussfolgerungen aus den Analysen und Hochrechnungen sowie einige Meinungen dazu zusammen. Stellplatzsituation: 311 öffentliche, 134 private sowie 84 vermietete Stellplätze registrierte das beauftragte Büro Uhlig & Wehling aus Mittweida im gesamten Untersuchungsgebiet, das Altstadt und Vorstadt einschließt. Für die 311 öffentlichen Stellflächen liegen pro Straßenzug an einem Stichtag von 7 bis 21 Uhr detaillierte Zahlen vor. Die mit 98,1 Prozent höchste Auslastung und so der größte Bedarf an Parkraum besteht im Altstadtkern. Beeinflusst wird dieses Ergebnis durch die geringe Anzahl von Kurzzeitstellflächen, die zudem oft nicht durch Kunden, sondern durch Anwohner und Beschäftigte genutzt werden. In der erweiterten Altstadt (81,0) und im Gesamtbereich (78,8) ist die Auslastung deutlich geringer.

Parkhaus: "Wir empfehlen für ein Parkhaus den Bereich am Forstparkplatz", so Planer Stefan Wehling. Beschäftigte und vor allem Anwohner, aber auch Kunden und Besucher könnten dort ihre Autos zentrumsnah und witterungsgeschützt parken. Eine Kapazität von 100 Stellplätzen sei ausreichend, um das Defizit im Altstadtbereich auszugleichen. Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer hält im Ergebnis einer Umfrage zwei Drittel Dauerparker und ein Drittel Kurzzeitparker für realistisch. Bau, Finanzierung und Betreibung seien noch völlig offen. Stadtrat Jörg Beier (Pro SZB) regt an, für ein mögliches Parkhaus alternative Standorte zu untersuchen, die im Stadtbild weniger ins Auge fallen, so zum Beispiel an der Badstraße.

Weitere Flächen: Für die stadteigenen Flächen am Gymnasium und am Finanzamt, auf denen das Parken derzeit geduldet wird, schlägt das Büro ein Befestigen und Beleuchten sowie eine eindeutige Parkordnung vor, um diese Plätze Beschäftigten, aber auch Anwohnern als zumutbare Alternativen anbieten zu können. Das würde die Altstadt entlasten.

Parkgebühren: Die Stadt erhebt seit Jahren auf ihren öffentlichen Parkplätzen keine Gebühren. Daran will sie laut OB Hiemer festhalten, selbst wenn klar sei, dass das Parkhaus nur gebührenpflichtig zu nutzen ist. Das Ingenieurbüro gab aus seinen Erfahrungen zumindest den Hinweis, dass Parkgebühren im Allgemeinen ein wirkungsvolles Mittel seien, das Parkverhalten und somit den Verkehrsfluss zu lenken sowie gezielt das Verhalten einzelner Nutzergruppen zu beeinflussen. Das würde aber - wie ein ebenfalls angeregtes Reduzieren der Höchstparkdauer im Altstadtkern - fürs Durchsetzen mehr Kontrollgänge von Politessen bedeuten, gibt Stadtrat Thomas Mehlhorn (CDU) zu bedenken.

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