Polizei ermittelt weiter zu Raubüberfall

Der Beutezug in einer Apotheke in Bad Schlema hat im vergangenen Jahr Schlagzeilen gemacht. Die Ermittler gehen inzwischen nicht mehr von einer Einzeltat aus.

Bad Schlema.

Es sind Szenen, wie aus einem Action-Film: Zwei Räuber betreten hastig einen Laden und machen sich an der Kasse zu schaffen. Als eine Mitarbeiterin dazu kommt, greift einer der Täter zum Beil, bedroht die Frau. Schließlich flüchten die Kriminellen mit ihrer Beute.

Abgespielt hat sich der Raubzug aber in keinem Filmstudio, sondern in Bad Schlema. Im November vergangenen Jahres waren zwei Unbekannte in die Bad-Apotheke gestürmt und hatten eine Angestellte mit einer Axt überrumpelt. Die Täter sollen dunkel gekleidet gewesen sein; die Gesichter mit Tüchern oder Masken verdeckt haben. Bis heute fehlt von ihnen jede Spur.

Wie die Polizeisprecherin Jana Ulbricht berichtet, dauern die Ermittlungen in dem Fall an. Eine "seriöse Prognose", wann mit einem Abschluss zu rechnen ist, sei "leider nicht möglich", sagt sie.

Inzwischen setzen die Ermittler bei ihrer Suche nach den Tätern aber verstärkt auf die Mithilfe der Öffentlichkeit. In einem Fernsehbeitrag bei Kripo Live schilderte die Mitarbeiterin der Apotheke vor kurzem erstmals ausführlich, was sich am Abend des 9.November tatsächlich abspielte. "Es hat geklingelt, ich wollte vorgehen. Ich wollte die Kundschaft bedienen und hab dann gesehen, wie jemand hinter der Kasse stand und sich über die Kasse hergemacht hat", wird sie im Sendemanuskript zitiert.

Und weiter: "Ich hab von hinten her schon gerufen, was das soll. Ich hatte mir in dem Moment noch nichts Schlimmes gedacht." Doch dann drohte einer der Täter ihr mit der Axt. "Es war ein gruseliger Blick, den man nicht mehr vergisst."

Schließlich schritt der Komplize ein und beide flüchteten in Richtung Kurpark. Dort fand ein Fußgänger einen Tag später etwa 50 Meter von der Apotheke entfernt einen Kasseneinschub, den die Täter mitgenommen hatten.

Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass es nicht das erste und letzte Mal war, dass die Täter in dem Kurort zuschlugen. Bereits einige Tage früher, am 3. November, war nach Recherchen von "Freie Presse" im Frischemarkt an der Marktpassage ein versuchter Diebstahl öffentlich geworden. Nachdem die Polizei Ende November zunächst auf Nachfrage erklärte, nichts von dem Delikt zu wissen, bestätigt Sprecherin Jana Ulbricht nun: Der versuchte Diebstahl werde "in Sachzusammenhang" zu dem Raubzug in der Apotheke bearbeitet. Ebenso wie ein weiteres Delikt im Frischemarkt am 15.November.

Damals hatte ein Unbekannter in dem Laden 1000 Euro Bargeld aus der Kasse gestohlen. Der gleiche Täter wie am 3. November und wie in der Apotheke? Die Polizei vermutet ja, "da eine zeitliche und örtliche Nähe" der Taten gegeben sei.

Der Inhaber der Apotheke, Eugene van Eekelen, hat derweil aufgerüstet. Seit dem Überfall sollen Videokameras in dem Geschäft für mehr Sicherheit sorgen, berichtet er. Nachdem die Täter sehr aggressiv vorgegangen waren, seien die Mitarbeitern verunsichert gewesen. Van Eekelen vermutet, dass Profis am Werk waren: "Sie hatten schließlich Masken und eine Axt dabei."

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