Polizei: Wenn's um Geld geht, auflegen!

Betrügereien an der Haustür nehmen ab, die am Telefon dafür zu. Im Heidetreff hat es dazu eine Präventionsveranstaltung für Senioren gegeben.

Schwarzenberg.

Andreas Pforte gehört bei der Polizeidirektion Chemnitz zum Fachdienst Prävention. Zum Auftakt einer Veranstaltung am Mittwoch im Heidetreff in Schwarzenberg hatte er zunächst gute Nachrichten: "Haustürbetrügereien haben nachgelassen, weil da nicht so viel zu holen ist." Doch die schlechte Nachricht folgte sofort: "Betrügereien am Telefon wachsen deutlich an." Daher änderte Pforte das Thema des Tages von Gefahren an der Haustür zu Gefahren am Telefon. "Wenn sie nichts dagegen haben", sagte Pforte zu den knapp 20 Gästen. Es hatte niemand etwas dagegen, und so wollte der Polizist vor allem vor der perfidesten Masche warnen, dem Enkeltrick.

"Der ist keine Erfindung von heute, sondern bereits Anfang der 1990er-Jahre entstanden." Von Beginn an falle ein Gespräch auf, das auf den Enkeltrick hinausläuft. Denn ganz oft werde die Frage gestellt: "Rate mal, wer hier ist?" Senioren steigen laut Pforte oft darauf ein, verraten den Vornamen einer Freundin oder des Enkels. "Man sollte sich die Nummer auf dem Display anschauen, und raten sollte man auch nicht, das ist ja keine Quizshow", so der Beamte. Doch leider funktioniere diese Betrugsmasche immer wieder. Pforte geht davon aus, dass jährlich Millionen damit gemacht werden. "Steuerfrei, denn es kommt kein Finanzamt vorbei", fügte er hinzu. Dabei seien solche Fälle besonders tragisch. "Es ist oft das Geld, das man zur Seite gelegt hat. Der Notgroschen für schlechte Zeiten."


Der psychologische Druck, der am Telefon auf die Opfer ausgeübt werde, sei enorm. "Es werden immer eine Notlage oder ein finanzieller Engpass vorgetäuscht", sagte Pforte. Ein gesundes Misstrauen sei gut und Vorsicht immer dann geboten, wenn sich der Anrufer nicht mit Namen meldet. Der gute alte Spruch "Bei Geld hört die Freundschaft auf" habe an dieser Stelle nichts an Aktualität verloren.

Daher hat der Polizist einen ganz klaren Tipp: "Wenn's um Geld geht, einfach auflegen." Alternativ könnte man ein persönliches Gespräch vorschlagen oder anbieten, später zurückzurufen. Allerdings sollte man sich dafür von diesem mutmaßlichen Freund oder Enkelsohn keine neue Nummer geben lassen, sondern die altbekannte verwenden. Ein weiterer Hinweis: "Unbekannte Personen sind tabu." Auch an Boten sollte man nichts übergeben. "Keine Wertsachen, kein Geld", mahnte Pforte. Gab es einen verdächtigen Anruf, sollte dieser immer angezeigt werden, selbst dann, wenn kein Schaden entstand. Oft gebe es eine falsche Scham. "Zeigen sie es in jedem Fall an - das ist ganz wichtig", forderte der Fachmann.

Für viele andere Betrügereien gelte es, sich nie mit "Ja", sondern immer mit dem Namen am Telefon zu melden. Außerdem sollten auch bei Gewinnankündigungen keine persönlichen Daten preisgegeben werden. Wichtig sei auch, Kontoauszüge und Telefonabrechnungen regelmäßig zu überprüfen.

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