Rathaus: Viel Glas steht für Transparenz

Der neue Bürgerservice-bereich in Schwarzenberg ist fertig. Am Dienstag öffnen die Türen offiziell. Zu sehen ist dort aber nur ein Teil dessen, was seit Mai 2018 gebaut wurde.

Schwarzenberg.

Über ein Jahr lang ist im Rathaus der Stadt Schwarzenberg gebaut worden. Jetzt ist der neue Bürgerservice betriebsbereit. Am Dienstag, 9 Uhr - zum Sprechtag - öffnen sich die Türen für die Öffentlichkeit.

Bis dahin werden noch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, des Einwohnermeldeamtes und des Standesamtes - die für die Bauzeit "ausgelagert" wurden - zurückziehen. Dieser Umzug erfolgt am Montag, deshalb sind diese drei Ämter an diesem Tag nicht erreichbar. Künftig werden die Bürger und Gäste der Stadt in einem hellen, freundlichen, barrierefreien Bereich empfangen von Mitarbeitern. "Das ist vielen älteren Bürgern sehr wichtig, und das bleibt auch so", versichert die Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU) als in dieser Woche den Bauleuten und Firmen gedankt wurde.


Viel ist passiert, seit im Mai 2018 der Grundstein für den Anbau gelegt wurde. Dieser wurde notwendig, um den Brandschutzauflagen zu genügen. Er beherbergt den zweiten Rettungsweg, Heizungsraum und anderes, wird allerdings künftig nur als Personaleingang dienen.

Für rund eine Million Euro wurde das Haus modernisiert. Finanziert wurde dies über Zuschüsse aus dem Förderprogramm "Brücken in die Zukunft" von Bund und Land. Von da gab es 823.000 Euro und weitere 200.000 Euro aus dem "Stadtumbau Ost". Mit diesem Geld wurde ein Servicebereich geschaffen, der durch die Verwendung von viel Glas Transparenz symbolisieren soll. Schon die "alte" Rathaustür wurde beim Aufarbeiten mit Glasflächen durchsichtig. Der Empfangsbereich ist offen, und doch gibt es durch Glastüren abgetrennte PC-Arbeitsplätze, um für die jeweiligen Bürgeranliegen auch die notwendige Diskretion zu garantieren.

"Es wird hier auch kein Aufrufsystem mit Zahlen mehr geben, wie das bislang im Einwohnermeldeamt üblich war", erklärt Hauptamtsleiterin Sylvia Mack. "Wir wollen versuchen, dass hier bereits jedem Bürgeranliegen entsprochen werden kann", so Mack. Heißt auch, dass künftig die Mitarbeiter aus den Fachabteilungen hinzugeholt werden. Ein Herumirren im Haus soll es für den Bürger nicht mehr geben. An modernen Touch-Displays sind viele Informationen über die Internetseite der Stadt abrufbar. Auch dabei sind die Mitarbeiter behilflich. Der zentrale Arbeitsplatz im Servicebereich lässt sich zudem in der Höhe verstellen und ermöglich so problemlos auch Rollstuhlfahrern oder Menschen mit Gehbehinderung das Ausfüllen von Formularen. "Die Stadt Schwarzenberg kann mit diesem Objekt wirklich als Vorreiter für Barrierefreiheit gelten", sagt Helga Dittrich, Senioren- und Behindertenbeauftragte des Landkreises, die frühzeitig in die Planungen einbezogen wurde. Selbst eine Akustikschleife für Bürger mit Hörgeräten gibt es. "Barrierefreiheit dient allen, denn sie bietet für jeden 100 Prozent Komfort", so Dittrich.

Innerhalb des Hauses ist das Archiv vom Obergeschoss ins Erdgeschoss gezogen. Die Renovierung der Büros in allen anderen Etagen steht indes noch bevor.

Es war im Mai 1930, als die einstige Baumwollspinnerei als Rathaus neu eröffnet wurde, um die Verwaltung einer auf damals 12.000 Einwohner zählenden Stadt zu vereinen. Nun, fast 90 Jahre später, gab es einen Umbau, der den Beginn eines neuen Zeitalters erkennen lässt.

Bürgerservice 03774 266309

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