Riesen-Räucherkerze ragt in den Himmel

Es geht weiter mit den Superlativen im Erzgebirge. In Langenberg ist jetzt ein Duftkegel von 15 Metern Höhe entstanden, der die Crottendorfer Erlebniswerkstatt überragt.

Langenberg.

Ein Blick in die Werkstatt von Massivholz-Design in Langenberg lohnt sich immer. In den vergangenen Wochen ist im Auftrag der Crottendorfer Räucherkerzen GmbH hier die bislang größte Räucherkerze der Welt entstanden. Gestern wurde sie vor dem ehemaligen Supermarkt im Gewerbegebiet in Crottendorf aufgestellt. "Das müsste die weltgrößte Räucherkerze sein", vermutet Mirko Paul, Geschäftsführer der Crottendorfer Firma.

Rußverschmutzte Finger bekamen die Mitarbeiter von Massivholz-Chef Mario Günther beim Bau der Super-Räucherkerze aber nicht, denn deren Grundkorpus wurde in Schiffsskelettbauweise gefertigt. Da waren weder das Harz des Weihrauchbaumes noch Holzkohle oder Duftstoffe im Spiel. Dafür aber jede Menge Holz. Denn der räuchernde Riese bringt es nun auf die stattliche Größe von gut 15 Metern und wird von weitem gut zu sehen sein. Soll er auch, schließlich soll sein Rauch den Einheimischen und Touristen der Region signalisieren, dass genau dort das Räucherkerzenland beginnt. Ein solches - mit Erlebnislandschaft und speziellem Gastrokonzept - soll bis Oktober im alten Supermarkt entstehen.

Doch zurück zum schwarzen Riesen, der am Boden immerhin auf einen Durchmesser von gut 9 Metern kommt und dessen Spitze tatsächlich "räuchern" und weithin sichtbar glühen wird. "Das war schon eine nicht ganz leichte Aufgabe", gibt Mario Günther zu. Allein für die Spezialfolie, mit der die einzelnen acht Teile des Grundkörpers bezogen wurden, musste der Firmenchef lange recherchieren. "Es musste ja ein besonders beständiges Material sein, denn es soll viele Jahre im Freien stehen, Wind und Wetter ausgesetzt. Es musste aber auch matt sein, darf nicht glänzen, und es darf nicht porös werden durch die Sonneneinstrahlung", zählt er auf.

Jedes, der insgesamt acht Teile bringt etwa 400 Kilogramm auf die Waage. Der hölzerne Unterbau ist aus massivem Holz verleimt und verschraubt und wurde zudem mit Sperrholz überzogen, bevor die Folie aufgeklebt wurde. "Die größte Herausforderung beim Aufstellen ist allerdings, dass die überlappenden Folienstreifen faltenfrei verklebt werden. Aber da die Klebestreifen nicht im Lot, sondern schräg nach unten verklebt werden müssen, braucht es Leute, die die Kran- und Hubsteigertechnik perfekt beherrschen", sagt Günther. Der Aufbau erfolgt komplett in dieser Woche. Lange gerätselt hat er mit seinem Team auch, um die "glühende", 2,60 Meter hohe Spitze samt Rauchabzug zu verwirklichen. "Dafür verwenden wir nun Hi-Macs. Das ist ein mineralischer Werkstoff, der sich bearbeiten lässt wie Hartholz. Dieses Material bietet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten für die Gestaltung." Zudem ist der Werkstoff dreidimensional verformbar, emissionsfrei, umweltverträglich und in allen Farben erhältlich. Die Riesen-Räucherkerze wird aber nicht nur werblicher "Leuchtturm" fürs Kerzenland, sondern mehr. Die Massivholz-Designer haben auch eine Tür eingebaut, durch die Besucher künftig ins Innere des schwarzen Riesens treten können. Dort soll ein Mini-Museum entstehen, wo alte Technik und Relikte aus der Firmengeschichte der Crottendorfer Räucherkerzen gezeigt werden.

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