Rothirsch soll eine Führungsrolle übernehmen

Was ein Biosphärenreservat ist und bringt, erläutert am Montag in Schneeberg ein Biologe. Naturschützer wünschen sich auch fürs Erzgebirge ein solches Modell.

Aue/Schwarzenberg.

Der Rothirsch könnte zum erzgebirgischen Leittier werden. Das wünschen sich zumindest die Mitstreiter des Landschaftspflegeverbands (LPV) Westerzgebirge. Sie stehen auf der Seite des imposanten Waldbewohners, der allerdings immer seltener zu sehen ist.

Matthias Scheffler vom LPV wird nicht müde, für den Erhalt der Art zu kämpfen. Dabei weiß er, dass die Meinungen auseinander gehen. Rotwild bejagen - in welchem Maß ist das gut? Und wie lässt sich der Rothirsch nebst Gefolge wieder besser in der Region verankern? Jüngster Vorschlag: ein Biosphärenreservat fürs Erzgebirge, das im Sinne der biologischen Vielfalt Rotwild und Co. mehr Raum schenkt. "Um die Schutzzone zu etablieren, spielen Bewirtschaftung und Bejagungstaktik eine Rolle. Sie müssten den Zielen angepasst werden", so Scheffler. Erste Gespräche mit dem Sachsenforst habe es gegeben. "Auf dem Erzgebirgskamm und im Hartmannsdorfer Forst existieren noch kleine Populationen. Wenn wir das Rotwild wieder aus dem Wald ins Offenland locken, richten die Tiere auch weniger Schaden an." Denn das Offenland sei ihr ursprünglicher Lebensraum.

Was ein Biosphärenreservat ist und leistet, erläutert Torsten Kirchner von der Wildland-Stiftung Bayern am Montag in Schneeberg. Er betreut ein solches Gebiet in der Rhön, wo seit der Gründung 1991 das Birkhuhn Leittier ist. "Ein Vorzeigemodell das der Rhön auch touristisch Zulauf brachte", sagt Scheffler. Ließe sich das ins Erzgebirge mit dem Rothirsch in der Führungsrolle übertragen? Scheffler ist überzeugt davon. "Und es profitieren auch andere Arten." Selbst das Birkhuhn, das für die Balz ebenfalls Offenland bevorzugt. Zu spät kommen Schutzmaßnahmen indes für Hasel-, Auer- und Rebhuhn, die laut Scheffler im Erzgebirge ausgestorben sind.

Schutzprojekte bringen immer Probleme und Konflikte mit sich. Das werde am Montag ebenso thematisiert wie Chancen und Risiken.

Der Vortrag zum Biosphärenreservat beginnt am Montag, 19 Uhr im Kirchgemeindehaus Schneeberg. Der Eintritt ist frei.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...