Schau zeigt Erwartetes und Unerwartetes

"Tradition & Form" im erzgebirgischen Kunsthandwerk - präsentiert in einer Sonderausstellung in Schloss Schwarzenberg.

Schwarzenberg.

Sie bietet Anlass zum Freuen, zum Staunen, zum Erinnern. Sie reizt aber auch zum Vergleichen, zum Widersprechen, zum Diskutieren. Etwas Besseres kann einer Kunst(handwerks)ausstellung doch gar nicht passieren. Auf die am Wochenende im Schloss Schwarzenberg eröffnete Sonderschau "Tradition & Form" trifft das zu.

Wenige Tage nach der Finissage zum 8. Schwarzenberger Kunstpreis Art figura - ebenfalls im Schloss - gewährt die neue Exposition einen repräsentativen Einblick ins Schaffen erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller. Deren Verband vergab jetzt zum 25. Mal den Preis "Tradition & Form". Dieser würdigt herausragende Gestaltungen im erzgebirgischen Kunsthandwerk. Zur Preisübergabe diesmal in die Perle des Erzgebirges zu kommen, wurde mit der Idee verknüpft, im Zusammenwirken mit der Stadt auch die Jubiläumsausstellung zum nun 25-jährigen Bestehen dieses Preiswettbewerbs zu veranstalten.

Was da in zwei Räumen des Museums Perla Castrum zu sehen ist, macht deutlich: "Tradition & Form" ist ein Designpreis, kein Preis, der etwa an Verkaufszahlen festgemacht wird. Natürlich werden Figuren, Gestaltungen, Kombinationen präsentiert, die auf höchstem kunsthandwerklichen Niveau bekannte Traditionen wahren und fortsetzen, vieles davon mit weihnachtlichem Bezug. Unverkennbar ist jedoch, wie Kunsthandwerker und Spielzeughersteller versuchen, Überliefertes neu zu interpretieren, zu neuen Formen zu kommen, neue Möglichkeiten zu nutzen. Dass da neben der originellen Idee die Qualität ebenfalls ganz oben rangiert, versteht sich beim hohen Anspruch des Wettbewerbs von selbst. Wie auch immer: Der eine Besucher mag halt den seit Jahrzehnten unveränderten Engel aus der Manufaktur, der andere schwärmt für den modernen Schwibbogen, dessen Form sich einem Dreieck nähert - um zwei Beispiele zu nennen.

"Neben allen in diesem Jahr ausgezeichneten und nominierten Erzeugnissen sind viele Exponate zu sehen, die repräsentativ für die Auszeichnung an sich und für die Entwicklung der erzgebirgischen Volkskunst in den vergangenen 25 Jahren stehen", sagt Frederic Günther. Der neue Geschäftsführer des ausrichtenden Verbands legte beim Aufbau der Ausstellung selbst mit Hand an. In diesem Jahr preisgekrönte Arbeiten begrüßen die Besucher, stimmen ein auf Vielfalt und Originalität. Die Exponate wirken für sich. Kärtchen mit Angaben zu Gestalter und Hersteller, zu Objektname, Material und Jahr der Ehrung oder Nominierung müssen genügen, handelt es sich doch nicht um Werkschauen der Beteiligten. Tafeln mit Informationen zu Verband und Preis, dazu Banner mit den Namen aller bisher Ausgezeichneten runden die Schau ab. Ihr sind viele Besucher zu wünschen.

Die Ausstellung wird bis 19. Januar 2020 im Museum Perla Castrum präsentiert. Damit ist sie zugleich die diesjährige Weihnachtsschau in Schloss Schwarzenberg. Geöffnet ist dienstags bis sonntags, 10 bis 17 Uhr - außer am 23./24. und 30./31. Dezember.


Im Dienste der Holzkunst

Der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller, ein eingetragener Verein, wurde 1990 von Herstellern erzgebirgischer Holzkunst als freiwillige Dachorganisation gegründet. Ihm gehören etwa 60 Mitglieder - vom kleinen Familienbetrieb bis hin zum mittelständischen Unternehmen mit etwa 200 Beschäftigten - an. Zu den Mitgliedern zählt auch eine große Genossenschaft, in der sich etwa 130 Handwerksfirmen zusammengeschlossen haben. Bestandteil des Verbandes ist zudem der Fachhandelsring Erzgebirgische Volkskunst, dem etwa 100 Fachgeschäfte deutschlandweit beigetreten sind. (stl)

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