Schnitzkunst ohne Zukunft?

Die Schwarzenberger Schnitzer würden gern ihr Kunsthandwerk in junge Hände geben. Doch das gelingt immer weniger.

Schwarzenberg.

Der zehnjährige Felix schnitzt gern. "Sogar zu Hause", sagt er stolz und führt vorsichtig das Messer übers Holz. Klaus Blechschmidt von den Schwarzenberger Schnitzern steht dahinter und beobachtet den Knirps. Er und Helmut Uhlig leiten die AG Schnitzen im Rahmen der Ganztagsprojekte an der Grundschule in Neuwelt.

"Schnitzen geht aber erst ab 3. oder 4. Klasse, weil bis dahin meist die Kraft in den Händen fehlt", erklärt Helmut Uhlig, der Chef der Schwarzenberger Schnitzer. Ihm wird bange, wenn er an die Zukunft des Vereins denkt, der heute noch 15 Mitglieder zählt. "Aber die Jugend fehlt eben", sagt er. Für ihn hat das auch etwas mit der Schulstruktur zu tun. "Gerade dann, wenn die Kinder Gefallen am Hobby gefunden haben, müssen sie wieder die Schule wechseln", kritisiert Uhlig. Nach diesem Wechsel bleibe ihnen oft zu wenig Zeit, um dem Schnitzen treu zu bleiben. "Ins Schnitzerheim kommen die dann nicht mehr", so Uhlig. Obwohl das direkt am Bahnhof zu finden ist, würden die Eltern ihre Kinder heute kaum mehr allein los schicken. Nach der Lehre oder Ausbildung kommt kaum einer wieder, weiß Uhlig. Und doch hegt er die Hoffnung, dass irgendwann zu den Mittwochstreffen ab 17.30 Uhr ein junger Interessent an die Tür klopft.

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