Schüler überzeugt als Spielzeugprinz

Innerhalb der Sommerfilmtage feierte ein Märchenfilm von Udo Neubert Premiere. Die gelungene Produktion wurde von 200Gästen beklatscht. Sogar eine Zahnspange konnte den Hauptdarsteller nicht stoppen.

Filmemacher Udo Neubert (r.), Hauptdarsteller Marc-Sebastian Gerisch (Mitte) und Komparse Enrico Wigank haben sich zur Premiere mit dem Hauptrequisit, einer Sänfte, ablichten lassen.

Von Katja Lippmann-Wagner

Stürmischer Beifall ertönt, nachdem der Abspann des Märchenfilms "Der Spielzeugprinz" beendet ist. Der Applaus im Naturtheater Rockelmannpark gilt am späten Samstagabend in erster Linie dem Filmemacher Udo Neubert, der in dieser Produktion nicht nur hinter, sondern auch vor der Kamera stand, der nicht nur für das Drehbuch, sondern auch für die Regie verantwortlich zeichnete. Doch nicht nur ihm galt die Anerkennung der rund 200 Gäste nach der gelungenen Premierenaufführung, sondern auch den Darstellern - allen voran Marc-Sebastian Gerisch, der die Titelrolle im 50-minütigen Streifen übernommen hatte.

Der 16-Jährige überzeugte in der Hauptrolle mit sehr viel Spielfreude und echtem Talent. Sein Spielzeugprinz ist eine Mischung aus verwöhntem Königsspross und einem jugendlichen Kämpfer - genauso wie es die Geschichte verlangte. Mit Neubert arbeitet der Schneeberger jetzt schon ein paar Jahre zusammen. Insgesamt sind bereits vier Filme unter Gerischs Mitwirkung entstanden. "Ich hatte mal über die 'Freie Presse' nach Darstellern gesucht - so haben wir uns kennengelernt", sagt Udo Neubert. Und Marc-Sebastian Gerisch ergänzt: "Ich stehe gern auf der Bühne und vor der Kamera, habe schon in einem Musical mitgemacht."

Noch heute schmunzeln muss Marc-Sebastian Gerisch über die Zahnspange, die er bis zum Juni trug. Als er Udo Neubert im vergangenen Jahr offenbarte, dass er diese auch während der Dreharbeiten tragen werde, war dieser zunächst gar nicht begeistert. "Zuerst wollte er sie retuschieren", erinnert sich Gerisch. Doch dann wurde die Zahnspange plötzlich zur eigenen kleinen Geschichte im Märchen. Schon in der ersten Sequenz beim Blick in einen Wasserspiegel blitzt sie auf und auch zum Schluss kehrt das Motiv wieder. "Wir mussten sie irgendwie zum Thema machen. Sie wegzuretuschieren wäre einfach zu aufwändig gewesen", sagt Neubert.

Überraschend ist, dass Marc-Sebastian Gerisch gar kein so großer Filmfan ist. "Ich schaue kaum Spielfilme, sondern fast nur Dokumentationen." Die Premiere aber ließ sich der 16-jährige Gymnasiast in Kirchberg nicht entgehen: "Natürlich wollte ich sehen, wie die Reaktionen sind." Bis heute fasziniere ihn die Schlussszene. Denn dabei laufen immer wieder Bilder vor ihm ab. Uwe Peisker als Heinrich der Rundliche "stirbt" in dieser Szene auf großartige Weise.

Nach dem Film zeigte Udo Neubert noch ein paar Ausschnitte aus dem Making-of. "Da brach immer wieder heftiges Gelächter aus", erinnert sich Neubert. Gelächter, das im richtigen Film natürlich niemand mitbekommen durfte. Auch Marc-Sebastian Gerisch musste immer wieder heftig lachen, wenn Uwe Peisker nach einem üppigen Mahl plötzlich im Stuhl zusammensank. "Er ist wirklich sehr lange gestorben", schmunzelt Udo Neubert, der unter anderem auf Burg Schönfels, im Tal der Schwarzen Pockau, auf Schloss Schwarzenberg und auf dem Hirtstein bei Satzung drehte.

Der Film jedenfalls lebt von einigen schönen Gags, tollen Landschaftsaufnahmen, einer großartigen Kameraführung und manchem Effekt. So wurden für eine Sequenz Hühner durch die Green-Box gejagt, ließ man Federn schneien, und Neubert schuf am Rechner ein Dorf, das es gar nicht gibt.

Nach der Premiere beginnt für den Filmemacher Teil 2 der Arbeit. "Ein paar Kleinigkeiten werde ich noch ändern, wenige Sekunden herausschneiden", sagt der Regisseur. Zudem wird er versuchen, den Film zu verleihen. Kika und der MDR sind die ersten Ansprechpartner. "Ich habe auch schon Kontakt zu den Ringkinos. Vielleicht nehmen sie ja den Märchenfilm ins Weihnachtsprogramm auf", hofft er.

0Kommentare Kommentar schreiben