Senioren-Netzwerk will als Ratgeber fungieren

Im Rathaus der Stadt Schwarzenberg gibt es eine Koordinierungsstelle, die älteren Menschen helfen will. Hier steht jetzt ein "Sorgentelefon", das man getrost anrufen kann.

Schwarzenberg.

Die Ansage der erwachsenen Kinder an ihre Eltern oder Großeltern ist oft klar und unmissverständlich: "Du lässt bitte niemand rein, und am Telefon sagt du möglichst gar nichts. Du gibst weder die Kontonummer raus, noch andere private Daten." Dieser gut gemeinte Rat von Verwandten hat noch immer seine volle Berechtigung. Doch er bringt ältere Menschen zugleich in die Zwickmühle. Denn im Alltag sind sie oft allein. Müssen auch in Situationen, wo sie plötzlich mal dringend Hilfe oder einen Rat benötigen, allein klar kommen. Kinder und Enkel sind auf Arbeit oder auswärts unterwegs.

Was, wenn da plötzlich der Strom weg ist und anschließend alle digitalen Anzeigen blinken oder ein Loch in die Wand gebohrt werden müsste. Wohin, wenn man spürt, dass einem die Decke auf den Kopf zu fallen droht? Wen fragen, wenn man sich mit dem Gedanken trägt, eine Pflegestufe zu beantragen, weil der Lebenspartner schwächelt, die Versorgung immer schwieriger wird?

Für all diese Sorgen und Fragen hat die Stadt Schwarzenberg nun eine neutrale Beratungsstelle im Rathaus eingerichtet. Ein gefördertes Projekt, das Sarah Meyer betreut. Die studierte Sozialpädagogin sitzt am Telefon und will älteren Menschen helfen. Sie will sich deren Sorgen annehmen und nach Lösungsmöglichkeiten suchen. "Ich kann aber nur Angebote unterbreiten", sagt die 24-Jährige.

Um Angebote auch im Köcher zu haben, wurde in dieser Woche ein Netzwerk gegründet, dem all jene angehören, die sich beruflich mit der Seniorenarbeit auskennen - von Vertretern aus Wohlfahrtsverbänden über Pflegedienste bis hin zu Mitarbeitern der Großvermieter. Denn auch das Wohnen im Alter spielt da eine Rolle. Es schließt die Suche nach einer kleinen Wohnung oder den möglichen barrierefreien Umbau des Bades mit ein. "Wir sammeln Informationen und geben diese weiter", sagt Sarah Meyer, die montags und mittwochs von 7 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 13 bis 16.30 Uhr unter Ruf 03774 266142 erreichbar ist. Noch laufe die Bedarfsermittlung. Also steht die Frage: "Wie kann ich helfen?" Die junge Frau sammelt Kontakte. Und bei ihr anzurufen, um mal zu plaudern - ist definitiv kein Nepp!

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