Soziales Jahr bietet Praxistest auf dem Weg zum Wunschberuf

Immer mehr junge Leute legen nach dem Ende ihrer Schulzeit ein sogenanntes Freiwilliges Jahr ein. Das geht auf verschiedenen Gebieten und es hilft, den Berufswunsch zu hinterfragen oder zu festigen.

Erlabrunn.

Wäsche legen, Essen reichen, sich um Patienten kümmern, freundlich und umsichtig sein. Ja, auch sauber machen und Betten beziehen - all das sind Tätigkeiten, die Tim Oehlert aus Antonsthal, Hannah Wanke und Louis Hübner aus Schwarzenberg sowie Julia Junghans aus Raschau bereits selbstständig auf Station ausführen dürfen. Sie sind vier von derzeit insgesamt acht jungen Leuten aus der Region, die in den Kliniken Erlabrunn ein sogenanntes Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren. Doch bei diesen vier jungen Leuten, hat sich durch den Praxistest ihr Berufswunsch herauskristallisiert. Sie haben jetzt einen Ausbildungsvertrag mit den Kliniken unterschrieben.

"Insgesamt 13 Ausbildungsverträge sind unter Dach und Fach", so Pressesprecherin Mandy Knoch. Davon neun im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege, drei kaufmännische Büromanager und ein OP-technischer Assistent. Das ist Louis Hübner. Der 18-Jährige hat eine Ausbildung gesucht, bei der auch technische Dinge eine Rolle spielen. "Ich werde später mal im OP oder in der Notfallaufnahme tätig sein", erklärt er die Besonderheit der Berufsausrichtung. Seine theoretische Ausbildung findet in Chemnitz statt, die anderen drei werden die Theorie in Aue absolvieren. Aber alle vier jungen Leute haben bewusst ein FSJ gewählt, weil sie nach ihrem Schulabschluss zunächst nicht so recht wussten, für welchen Beruf am Ende ihr Herz schlägt. Julia Junghans, die 19 Jahre alt ist und bereits das Abitur in der Tasche hat, wollte eigentlich Medizin studieren: "Ich hatte mich um einen Studienplatz beworben, habe aber keinen bekommen. Heute bin ich froh, dass ich diesen Weg eingeschlagen habe und so die Arbeit im Krankenhaus und auf Station zunächst ganz unmittelbar kennenlerne." Den Wunsch, wie ihre Mutti Ärztin zu werden, hat sie indes nicht aufgegeben - nur vertagt. Das Ziel, Medizin zu studieren, bleibt.


Für Hannah Wanke war es vom ersten Moment an, "der Beruf, den ich machen möchte", sagt die 17-Jährige. "Mir gefällt es hier übelst gut. Man ist sofort mit im Team", schwärmt die Schwarzenbergerin. Und sie weiß schon heute, dass sie später einmal in der Palliativbetreuung arbeiten möchte. Dort, wo sie zurzeit eingesetzt ist.

"Sie spüren, dass sie gebraucht werden und ihre Arbeit auch wertgeschätzt wird", sagt Siiri Peisker, die Praxisausbilderin in den Kliniken ist. Sie hat schon etliche junge Leute kommen und gehen sehen. Sie hält ein FSJ für eine gute und wirkungsvolle Sache. "Das kann nur von Vorteil sein. Man lernt den Beruf in dieser Zeit von allen Seiten kennen und kann sich dann entscheiden", sagt Peisker. Ihr geschulter Blick verrate ihr zudem sehr schnell, wer wirklich mit Freude, Eifer und ehrlichem Herzen bei der Sache ist. Dass sich vier von acht FSJ-lern für die Ausbildung entscheiden, sei ein hoher Schnitt. Für ihre Arbeit erhalten sie in dieser Zeit ein monatliches Taschengeld von etwa 300 Euro. "Aber wir hatten keine Not, unsere Ausbildungsplätze zu füllen. Wir konnten aus 107 Bewerbern auswählen", betont Mandy Knoch.

Vor allen 13 "Neuen" steht ab 1. September eine dreijährige Ausbildung. Erfreulich: Tim, Julia, Louis und auch Hannah wollen nach ihrem Abschluss im Erzgebirge bleiben und liebäugeln damit, von den Kliniken übernommen zu werden.

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