Stadtrat bekennt sich zum Erhalt des Schanzenkomplexes in Pöhla

Der SV Fortuna betreibt die traditionsreiche Anlage nun als Vereinssportstätte. Ein Grundstückstausch und aktualisierte Verträge machen das möglich.

Pöhla.

Aufatmen beim SV Fortuna Pöhla, Aufatmen im Schwarzenberger Rathaus: Mit einem einstimmigen Beschluss hat sich der Stadtrat von Schwarzenberg zum Erhalt des Schanzenkomplexes in Pöhla bekannt. Dafür werden zunächst noch die Grundstücksangelegenheiten geordnet. Denn seit Pöhla 2008 nach Schwarzenberg eingemeindet wurde, beschäftigte sich die Stadtverwaltung mit dieser schwierigen Problematik, die sie von der ehemaligen Gemeinde Pöhla mit geerbt hatte.

Ein Aspekt: Die Pöhlbachschanze selbst und die Schanzenbaude stehen auf Flurstücken, die bis jetzt dem Freistaat Sachsen gehören. Der Auslauf und die kleineren Schanzen befinden sich auf kommunalen Flächen. Nun konnte geklärt werden, dass durch einen Tausch von Waldgrundstücken die Stadt Eigentümerin aller Flächen des Schanzenkomplexes wird. Das wiederum macht es dann auch möglich, dass die Kommune anstelle des Freistaats - vertreten durch den Staatsbetrieb Sachsenforst - in den Gestattungsvertrag mit dem SV Fortuna eintritt. "Und der Vertrag, der einst zwischen der Gemeinde Pöhla und dem Sportverein abgeschlossen wurde, wird darauf aufbauend so aktualisiert, dass der SV Fortuna den Schanzenkomplex künftig als Vereinssportstätte betreiben kann", erklärt Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU).


"Wir sind froh und der Stadt dafür dankbar, dass diese Grundsatzfragen nun endlich geklärt worden sind", sagt Vereinsvorsitzende Anja Epperlein. Es habe viele sachliche und emotionale Diskussionen gegeben, fachliche Debatten mit der Stadt, Absprachen mit dem Skiverband und weiteren Partnern. "Mit unserer Hartnäckigkeit, mit dem Elan unserer Mitglieder, Helfer und Unterstützer und auch mit unserer Vorarbeit für die Zukunft haben wir die Überzeugung gefestigt, dass hier etwas Sinnvolles passiert und kein Geld verschwendet wird." Das empfindet man im Verein auch als Anerkennung für das jahrelange Ringen um eine Lösung, die an Traditionen anknüpft, die Gegenwart einbezieht und die Zukunft im Blick hat - nicht nur für die Pöhlaer Schanzen, sondern für den Skisport in der Region.

Ein Ausdruck dafür ist das Schanzenkonzept, das der SV Fortuna als Gemeinschaftswerk mit Fachleuten erarbeitet und in Buchform vorgelegt hat. Quasi als Zuarbeit für die städtische Sportstättenkonzeption geht es im Konzept nicht nur um die Pöhlbachschanze, die mit dem internationalen Damen-Skispringen alljährlich für positive Schlagzeilen sorgt. In groben Zügen wurde fixiert, wie die Gesamtanlage fit gemacht werden könnte für den Skisprungnachwuchs, der die Grundlage für die Förderzentren und für künftige Erfolge deutscher Skiadler bildet. "Das Konzept ist die Basis für weitere, konkretere Planungen und dann auch fürs Beantragen von Fördermitteln", blickt Epperlein voraus.

Der Verein hat nicht nur reichhaltige Erfahrungen im Trainings- und Wettkampfbetrieb, sondern auch als Bauherr. Er verwirklichte zum Beispiel den Um- und Anbau der Schanzenbaude sowie den Umbau des Anlaufs. Auch im Auslauf der Pöhlbachschanze wurde investiert und gebaut, um Forderungen des internationalen Skiverbands zu erfüllen. Mit welch Enthusiasmus die Pöhlaer Skisportfreunde zu Werke gehen, zeigte sich erst wieder vor wenigen Tagen: In zwei Etappen wurden in der WM-Arena Oberstdorf abgebaute Matten geholt, die auf den zwei kleinen Pöhlaer Schanzen noch gute Dienste leisten können. Ersparnis: 21.500 Euro.

Künftig soll der Verein selbst Fördermittel für Ausbau und Modernisierung beantragen, Stadt und Landkreis signalisierten Unterstützung. Noch verhandelt wird über eine geordnete öffentliche Zufahrt zum unteren Bereich der Schanzenanlage. Dazu ist die Stadt mit den Grundstückseigentümern im Gespräch.

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