Städte-Ehe für Trauzimmer verewigt

Erstmals schaffen Holzbildhauer Kunstwerke für die Einheitsstadt. Auch zwei Jubiläen werden von ihnen gewürdigt.

Aue/Schwarzenberg.

Kaum zu glauben, was Anfang der Woche noch klobige Holzstämme waren, wurde am gestrigen Freitag als Kunstwerke übergeben. Fünf Tage konnten Besuchen im Auer Stadtgarten Holzgestaltern bei der Arbeit über die Schulter schauen und mit ihnen ins Gespräch kommen.

Diese Holzbildhauersymposien haben in Aue eine gute Tradition, doch bei der 18. Auflage gab es eine Premiere: Durch die Vereinigung mit Bad Schlema wurden nicht nur Motive aus dem Kurort aufgegriffen, einige der Kunstwerke sollen auch dort aufgestellt werden. Oder aufgehangen, wie das große Relief von Paul Brockhage. Seine Wandgestaltung wird das Sitzungs- und Trauzimmer im Rathaus Bad Schlema verschönern.


"Ich habe darauf verschiedene Motive aus dem Ort dargestellt, wie zum Beispiel das Segel im Kurpark", erklärt der Schwarzenberger Künstler. Aber auch Bergbau, Gummibahnhof, eine Kirche, eine Halde und natürlich ein Förderturm sind zu sehen. Das zentrale Motiv sind zwei miteinander verbundene Ringe - klar bei einem Zimmer, in dem sich Verliebte ewige Treue versprechen. Doch das Motiv bedeutet in diesem Fall noch mehr. "Es steht auch für die Ehe der beiden Städte", sagt Paul Brockhage.

Gleichfalls für Bad Schlema hat Christoph Roßner gearbeitet. Seine lange Bank wird im Kurpark aufgestellt. Passend zum Motiv Wasser ist sie wellenförmig gestaltet. Welche heilende Kraft das Wasser hat, zeigte der Heilkundler Sebastian Kneipp. Friedhelm Schelter setzte ihm aus Holz ein Denkmal und macht damit dem Kneipp-Verein Bad Schlema ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk, denn 2021 jährt sich der 200. Geburtstag von Kneipp.

Wie aus einem Text eine Skulptur wird, das hat Jesko Lange eindrucksvoll gezeigt. Seine "Weiße Frau in der Isenburg" stellt die Sage dar. An sie werden sich alle erinnern, die über den Wildbacher Dorfplatz laufen, denn dort findet die Sagengestalt ihre neue Heimat.

Ganz modern hat Thomas Lüscher den Schutzheiligen der Feuerwehr "St. Florian" für die Auer Feuerwehr umgesetzt. Mit Helm und Atemmaske stürmt er heran. "Meine beiden Töchter sind auch bei der Feuerwehr. Diese Arbeit war deshalb eine Herzensangelegenheit", so der Schweizer. Freude dürfte das Werk von Peter Eberlein den jungen Auern bringen. Sein Schneemann, Tanne und Räuchermann zieren die Pyramide der Oberschule Aue-Zelle. Deren Vorgänger wurden von Vandalen zerstört. Sehr kunstvoll gestaltete Robby Schubert sein Exponat "Geborgen unter dem Schatten deiner Flügel", dass das Diakonissenhaus Zion in Aue zu seinem 100. Geburtstag erhält. Eine Bank für müde Wanderer steuert Detlef Jehn für die Halde 366 bei. "Alle Arbeiten sind wieder sehr gelungen, und ich bin mir sicher, dass sie viele erfreuen werden", sagte der Organisator.

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