Städte rücken für Gästewohl näher zusammen

Grünhain-Beierfeld, Lauter-Bernsbach und Schwarzenberg wollen sich nun gemeinsam vermarkten. Das hat auch mit Kostengründen zu tun.

Grünhain/Schwarzenberg.

Die meisten Gäste auf dem Spiegelwald fahren zunächst mit dem Fahrstuhl ganz nach oben auf die Aussichtsplattform des König-Albert-Turms, um zunächst den faszinierenden Rundumblick über das westliche Erzgebirge und sein Vorland zu genießen. "Es ist einfach toll. Und dieser goldene Herbst, die Färbung der Bäume macht alles noch viel schöner", gerät Heinz Gündel aus Kamenz regelrecht ins Schwärmen. Er ist nur einer von jährlich mehr als 20.000 Gästen, die das beliebte Ausflugsziel ansteuern. Danach schlendern die Besucher durch die Multimediale Kulturlandschaft. Aus dem "kleinen Handy", wie die meisten den Guide in ihrer Hand nennen, hören sie die entsprechenden Erläuterungen - in deutscher, tschechischer oder englischer Sprache.

Die Touristinformation im Erdgeschoss des Turms hat erst kürzlich das Zertifikat erfolgreich verteidigt und die rote I-Marke für geprüfte Servicequalität vom Tourismusverband erhalten. "Das macht uns natürlich stolz", sagt Madlen Brüdigam, die das siebenköpfige Team leitet. Es sind alles Frauen, die sich um das Wohl der Gäste kümmern, ihnen den Turm, die Angebote rund um den Spiegelwald und darüber hinaus erklären. Die Leute neugierig machen, ihnen Quartiere vermitteln oder sie mit Wanderkarten ausrüsten. "Künftig wird es ein noch intensiveres Miteinander im Tourismus geben", kündigt Joachim Rudler (CDU), Stadtchef von Grünhain-Beierfeld, an. Damit meint er das Miteinander der benachbarten Orte. So werde die Stadt Schwarzenberg dem Tourismuszweckverband Spiegelwald beitreten, der bislang Grünhain-Beierfeld und Lauter-Bernsbach eint. "Zusammen wollen wir ein Tourismuskonzept für eine gemeinsame Vermarktung erarbeiten lassen", erklärt Rudler. Heißt: Das Sehenswerte in der Region gemeinsam, originell und aktiv vermarkten und sich die Gäste gezielt weiterreichen. Etwas, das in anderen Tourismusregionen bereits praktiziert wird. Nur so seien die touristischen Einrichtungen auf lange Sicht finanzierbar. Denn: Jede Kommune bezuschusst ihre Einrichtungen. "Obwohl hier auf dem Turm jährlich gut 40.000 Besucher begrüßt werden, rechnet man die Gäste der Gaststätte mit, bezuschussen wir als Stadt den Turm mit 80.000 Euro pro Jahr. Den Tierpark mit 200.000 Euro und das Schaubergwerk mit gut 100.000 Euro", nennt Rudler Zahlen.

Sicher sei, so verspricht er den Frauen vom Team der Touristinfo, "unsere Info bleibt, ebenso wie die in Schwarzenberg". Zudem soll investiert werden, in eine feste, überdachte Bühne auf dem Plateau und in mehr Veranstaltungen. Und Gäste wie Heinz Gündel bekommen künftig als Tipp für den nächsten Ausflug auch Perla Castrum im Schwarzenberger Schloss mit auf den Weg.

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