Streicheleinheiten fürs Trommelfell

Das Berliner Ensemble Baroccolo gastiert erneut in Schwarzenberg, um das neue Jahr zu begrüßen. Von Sekt über Häppchen bis zur Tagesschau.

Schwarzenberg.

Musikalisch und zugleich in guter Gesellschaft das neue Jahr zu begrüßen, ist der Sinn eines Neujahrskonzerts. Die Musik, die erklingt, soll und kann Erwartungshaltungen wecken. Demnach dürfte all jenen, die Gäste des Neujahrskonzerts am Samstag im Ratskeller Schwarzenberg waren, ein durchweg gelungenes 2019 ins Haus stehen.

Bereits zum sechsten Mal lud das Berliner Ensemble Baroccolo in Zusammenarbeit mit den Kunstfreunden aus Schwarzenberg zu diesem klangvollen Entree im Januar ein. Wenngleich man wissen muss, dass Jan Altmann, der Pianist und musikalische Leiter des Ensembles, ein waschechter Schwarzenberger ist und auch gern wieder hierher zurückkehren möchte. Vielleicht genau deshalb entfaltet dieser Konzertabend stets seine so ganz eigne Atmosphäre. Bereits die Begrüßung mit Sekt und Häppchen, sehenswert kredenzt von der Küche des Hauses, ist herzlich, beinahe schon familiär. Man könnte sagen, "man kennt sich" unter den Gästen, die Musik als Teil ihres Lebens betrachten. Einem netten Hallo, einem guten Gespräch und diversen Gaumenfreuden folgt dann der musikalische Genuss. Und bei der gebotenen Qualität darf zurecht von Streicheleinheiten fürs Trommelfell die Rede sein.

Die Musiker - jeder für sich - sind Meister auf ihren Instrumenten. Mit Leichtigkeit, so zumindest empfindet es der Zuhörer, und sichtlicher Spielfreude lassen sie die Musik erklingen. Von Welthits wie Yesterday über Klassiker wie Ragtime für Elise bis hin zu Ohrwürmern aus Opern und Operetten. Dabei bestechen die ausgewählten Titel oftmals durch ein ganz eigenes, mitunter sehr spezielles Arrangement. Das wiederum trägt die Handschrift von Jan Altmann, der es versteht, so manchem Stück den Staub von den Noten zu pusten. Die ersten Töne des diesjährigen Konzerts irritierten die Zuhörer jedoch. Klänge, die sie kannten und doch nicht gleich zuordnen konnten: Das Jingle der Tagesschau. Altmann, der nicht nur den schwarzen Flügel im Saal zum Klingen bringt, moderiert auch die Konzerte. Diesmal wollte er es nachrichtlich aufziehen, wählte Schlagzeilen des Jahres dafür aus und sorgte mit Zitaten und Aphorismen für eine Prise Heiterkeit. Doch sein Metier ist die Musik. Auch mittels kleiner Requisiten verstehen es die Musiker stets vortrefflich, ihre große Kunst heiter und wohl bekömmlich an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen.

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