Streik der RVE-Busfahrer könnte viele Schüler treffen

Im Nahverkehr muss am heutigen Mittwoch mit Behinderungen gerechnet werden. Einige Kinder dürften deshalb vor der Frage stehen: Von den Eltern fahren lassen oder zu Hause bleiben?

Aue/Schwarzenberg.

Rätselraten im Erzgebirge: Wird der Warnstreik am heutigen Mittwoch den Busverkehr und damit auch den Schülerverkehr komplett lahm legen? Roland Richter, Geschäftsführer der Regionalverkehr Erzgebirge (RVE), weiß es nicht. In der geplanten Streikzeit am frühen Morgen von 6.30 Uhr bis 8 Uhr seien normalerweise an die 200 Busse des RVE im Einsatz.

Auf all jenen Strecken, die von privaten Dienstleistern mit etwa 50Bussen bedient werden, dürfte es jedoch kaum Einschränkungen geben. "Aber manchmal heizt sich die Stimmung auch da auf", weiß Richter. Er geht davon aus, dass ab 8 Uhr wieder Normalität einzieht. Er hofft, dass die Schulen und Eltern ein Stück weit improvisieren können. Von Jürgen Becker von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) gab es auch am Dienstag keine Aussage, wie viele Busfahrer des RVE sich am Warnstreik beteiligen werden. Er bedauert zwar die Auswirkungen etwa für Schüler, sieht aber die Arbeitgeber in der Verantwortung. Er geht davon aus, dass bei der Streikversammlung am Mittwochfrüh im Annaberger Betriebshof mindestens um die drei, vier Dutzend Fahrer dabei sein werden.

Auf offiziellem Weg haben die Schulen im Erzgebirge am Dienstag keine Informationen erhalten, ob ihre Schulbuslinien von dem Fahrerstreik betroffen sein werden. Man habe den Eltern und Schülern gesagt, dass es zu Busausfällen kommen kann, erklärt beispielsweise Lutz Rößel, Leiter der Grundschule in Stützengrün, die auch von vielen Schülern aus dem benachbartem Schönheide besucht wird. Da der Schulbus von Schönheide nach Stützengrün durch ein privates Unternehmen gestellt wird, gehe man davon aus, dass es zu keinen Problemen kommen wird. "Wie es aus Richtung Hundshübel aussieht, wissen wir nicht", so Rößel. "Die Eltern sind für den Schulweg verantwortlich. Wer seine Kinder nicht selbst fahren kann, kann vielleicht eine Fahrgemeinschaft mit anderen Eltern organisieren. In der Vergangenheit hat so etwas oft gut geklappt."

Die Grundschule Aue-Zelle hat sich am Dienstagmorgen direkt beim RVE erkundigt und erfahren, dass der Schülerverkehr am Mittwoch voraussichtlich bis gegen 8 Uhr ausfallen wird. "Das betrifft unsere Schüler aus Alberoda", sagt Schulleiter Jörg Prager. "Entweder sie werden am Mittwoch von ihren Eltern gebracht oder sie dürfen zu Hause bleiben. Die Schülerverkehr zu Mittag fährt dann aber wieder."

In den Gymnasien im Erzgebirge stehen am Mittwoch die schriftlichen Abiturprüfungen in den modernen Sprachen an. Schülern, die durch den Streik im regionalen Linienverkehr zu spät kommen, sollen keine Nachteile entstehen. Das hat das Kultusministerium bekanntgegeben. In Marienberg steht im Leistungskurs Englisch ein fünfstündiger Test an. "Wer es aufgrund des Streiks nicht pünktlich bis 8 Uhr schafft, darf trotzdem teilnehmen", erklärt der amtierende Schulleiter Enrico Huth. (mit mb)

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