Streit um Zuschuss für Sanierung der Friedhofskapelle in Raschau

Weil die Gemeinde Raschau-Markersbach bislang nur 20.000 Euro Eigenanteil zur Sanierung des Objekts zugesagt hat, wird 2019 wohl nicht mehr gebaut. Jetzt wurde im Ort eine Petition gestartet.

Raschau-Markersbach.

Die Friedhofkapelle auf dem Gottesacker in Raschau ist marode. Das kleine Gebäude weist gravierende Schäden auf. Besonders die Decke vom Kellergeschoss droht durchzubrechen. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Bereits seit 2011 gibt es dazu konkrete Pläne. Aktuelle Kostenschätzung 300.000 Euro. Auch hat die Kirchgemeinde längst auf der Grundlage des vorliegenden Projekts Fördermittel beantragt.

Dieser Zuschuss aus dem Leaderprogramm für den ländlichen Raum in Höhe von 100.000 Euro ist genehmigt, das Geld abrufbereit. Die Kirchgemeinde steuert 100.000 Euro bei. Mit weiteren 100.000 Euro sollte sich die Kommune beteiligen. Doch die hat nur 20.000 Euro im laufenden Haushalt dafür eingestellt. Dabei sei einmal mit der Gemeinde besprochen worden, dass, wenn die Fördermittel kommen, der verbleibende Rest an Eigenmitteln zwischen Kirchgemeinde und Kommune geteilt werde. An diese Absprache erinnert sich Pfarrer Volker Burkart noch gut. "Aber leider hat das damals offenbar keiner aufgeschrieben", bedauert er.


Mehr als die Hälfte aller Trauerfeiern sind seit Jahren weltliche Abschiednahmen. Die kirchlichen Trauerfeiern werden seit fünf Jahren aufgrund des Sanierungsstaus in der Kirche durchgeführt. "Das Friedhofs- und Bestattungswesen ist aber eine Pflichtaufgabe der Kommune", sagt Klaus Richter, der jetzt eine Petition verfasst hat, die schon mehr als 400 Raschauer Bürger unterzeichneten. Darin geht es dem Rentner, der viele Jahre mit auf dem Friedhof tätig war, vor allem darum, dass sich die Gemeinde ihrer Daseinsfürsorge für die Bürger stellt: "Eine Friedhofskapelle ist kein Luxus. Sie gehört zur Grundausstattung eines Friedhofs." Auch Pfarrer Burkhart sagt: "Es geht hier nicht um eine Luxussanierung. Aber es muss eine Stahlbetondecke eingezogen werden, und die Kommune müsste doch wissen, wie die Baupreise angezogen haben."

"Ohne die faire Beteiligung der Gemeinde in Höhe von 50 Prozent des verbleibenden Eigenanteils wird es keine Sanierung der Raschauer Friedhofskapelle geben", so Richter. Dann müsste die Kapelle gesperrt werden. Was zur Folge hätte, dass Raschauer künftig für Trauerfeiern die Friedhofshalle in Markersbach nutzen müssen oder gleich dort beerdigt werden. Aber würden das die Raschauer akzeptieren?

Auch eine Refinanzierung der Baukosten ist in diesem Bereich nicht zu vertreten. "Dann würden in den nächsten Jahren die Nutzungsgebühren auf etwa 500 Euro hochschnellen", hat Richter überschlagen. Maximal denkbar wären 120 bis 130 Euro, so wie es in Schwarzenberg gehandhabt werde.

Im von Gemeinderat beschlossenen Etat für 2019 stehen 20.000 Euro Eigenanteil, bestätigt Bürgermeister Frank Tröger (Freie Wähler) auf Anfrage. Über einen höheren Anteil der Kommune will er momentan nicht öffentlich reden. Am 29. August gebe es eine gemeinsame Sitzung von Technischem Ausschuss und Verwaltungsausschuss, bei der die Mitglieder sich in der Friedhofskapelle ein Bild von den Schäden machen. "Vielleicht gibt es ja auch noch die Möglichkeit zu Einsparungen am Projekt", hofft Tröger. Ihm missfalle jedoch die Art und Weise, wie eine höhere finanzielle Beteiligung der Kommune erzwungen werden soll. Derzeit geht es also um 80.000 Euro, die fehlen.

"Eigentlich sollte im Jahr 2019 der Bau laufen", so Burkart. Bei der Fördermittelstelle bat er um Verschiebung der Zuschüsse ins Jahr 2020, was genehmigt wurde. Dann müssen die 100.000 Euro bis Oktober abgerufen werden - oder sie verfallen. Die Vertreter der Bürgergemeinschaft Raschau-Markersbach schlagen vor, das Geld vom Freistaat zu nehmen. Der hat 2018 und 2019 den Kommunen pro Jahr 70.000 Euro zur freien Verfügung überwiesen. Dieses Geld war ins Sparschwein gesteckt worden.

Am Samstag, 24. August, können sich Interessenten von 9 bis 11 Uhr und 14 bis 16 Uhr ein Bild vom Zustand der Kapelle machen.

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