Studenten aus aller Welt packen im Erzgebirge mit an

Eine Gruppe von jungen Leuten hat in Lößnitz an einem Workcamp teilgenommen. Die 18- bis 28-Jährigen kümmerten sich um ein Naturschutzgebiet. Das forderte Muskelkraft.

Lößnitz/Bernsbach.

Die kleine wilde Wiese mitten im Wald zwischen Lößnitz und Bernsbach ist ein herrliches Fleckchen Natur. Und wer sie sich anschaut, weiß, dass man hier Gras mit schwerer Technik nicht mähen kann. Das Gerät würde tiefe Furchen hinterlassen, die Schäden wären hoch - hier funktioniert vieles nur mit Handarbeit.

Zirka zehn junge Leute, die unter anderen aus Mexiko, Russland, Georgien, Österreich und Algerien kommen, schwingen die Rechen. Und tragen so ihren Teil zum Erhalt der Orchideenvielfalt im Erzgebirge bei. Denn dies sei der Hintergrund der ganzen Aktion, hieß es seitens der Teilnehmer. Erstmals gab es die Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband.

"Die Arbeit ist schon fordernd. Wir brauchen Durchhaltevermögen", sagt Sophia Kreutzberger, die aus Unterfranken ins Erzgebirge kam, um das Workcamp zu unterstützen. Die herrliche Landschaft und der lange Aufenthalt in der Natur gefielen ihr aber gut. Rieke Kuhlmann aus Berlin hatte sich für das Lößnitzer Workcamp entschieden, weil der Termin gut passte. "Die Beschreibung hörte sich interessant an und so habe ich mich beworben", so die 18-Jährige. Mit erst 19 Jahren, aber bereits sieben Teilnahmen an Workcamps, ist Florian Löschl aus dem Burgenland ein alter Hase im Geschäft: "Ich finde die Arbeit gar nicht so anstrengend, habe schon viel Schwereres gemacht."

Eine sehr weite Anreise nach Lößnitz hatte Luis Angel Bautista Ramirez aus Querétaro in Mexiko. Dass er im Erzgebirge gelandet ist, war Zufall: "Ich will mir Europa anschauen und umherreisen", sagt der 20-Jährige. Zwei Wochen an einem Ort seien ganz gut, auch um den Jetlag zu überwinden. "Der Fleck hier ist sehr schön, so ähnliche Landschaften gibt es auch bei mir zuhause in Mexiko", sagt der junge Mann. Während Ramirez die Ruhe beim Arbeiten genoss, war es Ivane Kutulashvili aus Georgien viel zu still. Deshalb hörte er Musik. Und die anderen Workcamp-Teilnehmer witzeln: Er habe immer Kopfhörer auf, selbst nachts beim Schlafen. Er habe Musik für Tag und für Nacht. Das Camp allerdings machte dem 26-jährigen Georgier Spaß: "Neue Leute, neue Erfahrungen, neue Beziehung", umreißt er das Angebot. Die Verständigung untereinander sei gar kein Problem, weil alle Englisch sprechen.

Nach getaner Arbeit im erzgebirgischen Wald ging es für die Workcamp-Teilnehmer immer wieder zurück in die Oase. Die Organisation "Internationale Jugendgemeinschaftsdienste" (IJGD) arbeitet bereits seit 2010 mit der Oase zusammen. "Zuvor waren wir in der Naturherberge in Affalter", erklärt Teamleiter Mehdi Haicheur. Der Vorteil der Oase liege auf der Hand. Sie sei zentral gelegen und biete daher die Möglichkeit vieler zusätzlicher Kontakte. "Die Kommune will, dass sich Jugendliche aus der ganzen Welt hier treffen", so der Teamleiter, der von der herrlichen Unterkunft, die alles bietet, begeistert ist. Streetworker Matthias Förster vom Oase-Team: "Für uns ist das eine schöne Sache. Solche Dinge sind uns als Einrichtung sehr wichtig."

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