Tafeltag vereint Besucher am Esstisch

Jeder konnte am Samstag auf dem Markt in Schneeberg seinen Hunger stillen. Und das Awo-Fest schaffte auch ganz wichtige Begegnungen.

Schneeberg.

Millionen von Menschen auch im Wohlstands-Land Deutschland sind von Armut bedroht oder erleben tagtäglich, wie es ist, viel zu wenig für ein menschenwürdiges Leben zu haben. Die Schneeberger Tafel unter dem Dach der Arbeiterwohlfahrt Erzgebirge erinnert daran jedes Jahr mit dem Tafeltag. Und dieser erlebte am Samstag im Herzen der Bergstadt seine neunte Auflage. Die Organisatoren werden nicht müde, auf diese Notstände hinzuweisen - und gehen mit der Zeit.

Denn seit einigen Jahren ist es nicht nur der Tafeltag, sondern aufgrund der Flüchtlingskrise unter dem Motto "Eine Welt" auch ausdrücklich ein Interkultureller Tafeltag - und so begegneten sich wieder Besucher aller Generationen und verschiedener Nationalitäten bei Spiel, Spaß, Kultur und beim Essen, was ja bekanntermaßen stark verbindet. "Wir sind sehr zufrieden und freuen uns, dass so viele Menschen den Weg hergefunden haben", sagte Martina Stutzig von der Schneeberger Awo. Gut erinnert sie sich an die Tafel-Tag-Premiere - mit Gulaschkanone und vielleicht zwei Ständen. "Bei Dauerregen. Aber wir haben durchgehalten."

Mehr noch: Es schlossen sich immer mehr Helfer und Vereine an. Imker, Wollhändler samt Spinnrad, der Auer Eine-Welt-Laden, Sumo-Arena und Geschicklichkeitsparcours mit Stelzenlauf und Zielwerfen sowie Zielspritzen mit der Feuerwehr und Musik auf der Bühne machten das Programm erneut sehr vielseitig. Und zu essen gab es auch: Ob Kartoffeln mit Quark bei den Lindenauer Landfrauen oder Kaninchenrollbraten bei den Kaninchenzüchtern aus Neustädtel - satt wurde jeder zu kleinen Preisen oder gegen eine Spende wie an der Gulaschkanone als Anziehungspunkt der ersten Stunde.

500 Portionen haben Awo-Mitstreiter aus Knollen vom Griesbacher Bauern Roland Puschbeck gekocht. Es duftete herrlich. Stutzig: "Wir sind sehr dankbar für die Kartoffelspende, auf die wir uns jedes Jahr verlassen können." Ebenso auf rund 35 fleißige Helfer, die den reibungslosen Ablauf absicherten. Mit der großen Kelle teilte Günter Bialek aus Lindenau die Suppe aus. "Abends hat man schon einen schweren Arm und ist erschöpft", sagte der ehrenamtliche Helfer. Die Suppe habe er probiert. "Lecker", lautete sein Urteil. Der Erlös aus allen Spendentöpfen fließt laut Stutzig in soziale Projekte und dient vor allem der Arbeit der Schneeberger Tafel, die viele Familien in Anspruch nehmen.

Die fröhliche Atmosphäre fiel Ruth Zellweger sofort auf. Der Tafeltag helfe, dass Flüchtlinge und Einheimische sich kennen- und schätzenlernen. "Weil sie gemeinsam und füreinander etwas auf die Beine stellen. Begegnungen sind das beste Mittel, um Ängste abzubauen", findet Ruth Zellweger.

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