Tag der Sachsen: Radfahrer bringen Staffelstab ins Erzgebirge

Einen großen Empfang hat es für die Sportler des RSV Aue gegeben. Mit der symbolischen Übergabe haben nun offiziell die Vorbereitungen für das größte sächsische Volksfest begonnen - auch wenn es etwas anders wird, als ursprünglich geplant.

Aue-Bad Schlema.

Der Staffelstab ist überreicht: Nun beginnen in Aue-Bad Schlema offiziell die Vorbereitungen für den Tag der Sachsen. Am ersten Septemberwochenende 2020 soll in der Bergstadt drei Tage lang das größte Fest des Freistaats gefeiert werden. Nicht einmal ein Jahr bleibt den Verantwortlichen Zeit für die umfangreiche Organisation.

Wie wichtig der Stadt beim Tag der Sachsen die identitätsstiftende Wirkung ist, wurde schon bei der Wahl des Ortes für die Staffelstabübergabe deutlich. Im Erzgebirgsstadion wurde in den vergangenen Jahrzehnten oft Geschichte geschrieben. So fieberten die Fußballfans der Region regelmäßig bei spannenden Spielen mit. Aber das Stadion war auch ein Etappenort der Friedensfahrt. Deshalb wurde der Staffelstab fürs Volksfest gleichfalls sportlich aus Riesa in das Erzgebirge gebracht. Am Sonntag hatte sich der Vorsitzende des Radsportvereins Aue, Markus Illmann, mit zehn weiteren Radlern auf den Weg nach Riesa zum Tag der Sachsen gemacht. Am Montag ging es in strömenden Regen die 115 Kilometer ins Erzgebirge zurück. "Das war eine ganz schöne Strapaze", meinte Illmann nach der Ankunft in Aue. Denn die Nässe hatte die Sportler ordentlich ausgekühlt. Erst nach einer heißen Dusche konnten sie an der Präsentation zum 29. Tag der Sachsen in Aue-Bad Schlema teilnehmen.

Gleichfalls mit einer Delegation beim Sachsentag in Riesa dabei war auch Oberbürgermeister Heinrich Kohl (CDU): "Wir haben uns dort alles genau angeschaut und manchen Trick abgelauscht. Wichtig war für uns auch, was nicht so gut lief, denn wir wollen keine Fehler wiederholen." Der OB rechnet für den Tag der Sachsen mit rund 250.000 Besuchern. "Sehr viel hängt natürlich vom Wetter ab. Deshalb brauchen wir Petrus an unserer Seite."

Eine besondere Herausforderung für die Ausrichterstädte und ihre Bewohner sind die verschiedenen Sperrkreise. So ist im inneren Festbereich jeglicher Autoverkehr verboten. "Aufgrund der vielen Menschen wäre es ohnehin nicht möglich mit dem Auto zu fahren", erklärte Kohl. Das heißt für die Anwohner der Auer Innenstadt, dass sie ihre Autos während des Sachsentages außerhalb parken müssen. Und das Sicherheitskonzept hat noch eine andere Konsequenz. "Ursprünglich wollten wir beim Tag der Sachsen auch Bad Schlema stark mit einbeziehen, doch das wird vermutlich nur eingeschränkt möglich sein", sagte der OB. Hintergrund sei das ausgefeilte Sicherheitskonzept. "Da ist es bereits sehr aufwendig, einen Festbereich abzudecken."

Müssen jetzt die Bad Schlemaer ganz auf den Tag der Sachsen verzichten? "Nein", sagte Kohl, "dort wird es eine Kur-, Gesundheits- und Tourismusmeile geben." Der Vorteil für die Bad Schlemaer sei, dass der Kurort weiter uneingeschränkt erreichbar bleiben wird. Zudem soll es zwei große Parkplätze geben. Von dort können die Besucher bequem mit Pendelbussen das Festgelände erreichen. Auch in Schneeberg werde es Parkplätze für die Besucher geben. Er sei bereits mit dem Schneeberger Bürgermeister Ingo Seifert (Freie Wähler/Bika) im Gespräch, teilte Kohl mit. Denn aufgrund der Tallage sei es in Aue nicht leicht, nötige Parkplätze auszuweisen.

Bei aller Vorfreude auf den Tag der Sachsen, war der Oberbürgermeister mit dem Stand der Vorbereitungen noch nicht zufrieden. "Wir legen jetzt richtig los", versprach er. Und Steffen Möckel als Projektleiter des Sachsentages ergänzte: "Durch die Fusion von Aue und Bad Schlema hat es ein wenig Zeitverzug gegeben." Doch gerade wegen der Städteehe hatte man sich um das Großereignis beworben. "Wir wollen damit eine gemeinsame Identität schaffen", erklärte Kohl.

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