Tausende jubelten vor 15 Jahren Friedensfahrern in Beierfeld zu

Am 11. Mai 2004 hat das internationale Radsport-Etappenrennen Station im Erzgebirge gemacht und für große Begeisterung gesorgt. Die Erinnerungen an dieses Ereignis leben.

Beierfeld.

Keiner hat ahnen können, dass die 57. internationale Friedensfahrt der Radrennfahrer 2004 eine sporthistorische Dimension bekommen sollte. Es war die vorerst letzte Auflage dieses über Jahrzehnte für Begeisterung sorgenden Etappenrennens. Ein Jahr später fiel es aus, und 2006 fand die Friedensfahrt - da bereits ohne Polen als Mitausrichterland - zum letzten Mal statt. Insofern ist es schon besonders bemerkenswert, dass bei der Tour 2004 die Erzgebirgsgemeinde Beierfeld Zielort der Königsetappe war.

Tausende Zuschauer empfingen am Nachmittag jenes 11. Mai - also genau vor 15 Jahren - die Friedensfahrer jubelnd in Beierfeld. Die waren an dem Tag in Eisleben gestartet und hatten 207 Kilometer zu strampeln. In Beierfeld war alles akribisch vorbereitet worden. Die vielen kleinen und großen Dinge zu koordinieren, die seit dem Morgen bis in den späten Abend abzusichern waren, lag in den Händen des Etappen-Organisationsbüros im Rathaus. Von dort dirigierte man alle verfügbaren Kräfte. In und um Beierfeld waren 16 Parkplätze mit gut 2000 Stellflächen eingerichtet. Die Feuerwehren aus Beierfeld und Waschleithe hatten rund 30 Mann im Einsatz. "Wir mussten vor allem den Brandschutz absichern, um bei eventuellen Einsätzen trotz der Straßensperrungen anrücken zu können", erinnert sich Beierfelds Wehrleiter Jörg Zimmermann. Auch bei den abendlichen Veranstaltungen im Rahmenprogramm, wo unter anderem die Pöhlbachmusikanten für gute Laune sorgten, waren Feuerwehrleute als Helfer gefragt. "Das wurde für viele von uns ein langer, anstrengender Tag", so Zimmermann. "Aber es war auch ein Supererlebnis, ein für Beierfeld einmaliges Großereignis."


Reinhold Glomb, Mitbegründer des Radsportvereins Team Auto-Riedel Schwarzenberg, weiß, wie Beierfeld Etappenzielort wurde. "2001, am 17. Mai, rollten die Friedensfahrer auf der Etappe von Plzen nach Zwickau durch Schwarzenberg. Auf dem Markt wurde um Prämienpunkte gesprintet. Wir waren da der örtliche Ausrichter. Den Beierfelder Bürgermeister Joachim Rudler hat das Ganze so begeistert, dass aus einer ersten Idee konkretere Vorstellungen wurden. Wir haben einen guten Faden gesponnen." Drei Jahre später wurde aus der Idee Realität. "Rückblickend war das eine tolle Sache, die in der Region gut ankam", so Glomb. "Und bei der kleinen Friedensfahrt, die wir aus dem Anlass organisierten, haben Talente auf sich aufmerksam gemacht, die später erfolgreiche Radsportler wurden."

Als sich am 11. Mai 2004 auch der letzte Friedensfahrer, wie die Besten von Beifall begleitet, in Beierfeld ins Ziel gekämpft hatte, begann der Ansturm der Autogrammjäger, Foto- und Videofreunde auf die Team-Wagen im oberen Teil der August-Bebel- Straße. Jens Ullmann, inzwischen Ortsvorsteher von Grünhain, besitzt noch Souvenirs von jenem Tag: "Wenige Kilometer vor dem Ziel werfen viele Fahrer ihre Trinkflaschen weg. Ich stand damals an der Strecke und habe mir zwei solche Flaschen als Erinnerungsstücke gesichert."

Als Sieger der kleinen Friedensfahrt in ihren Altersklassen wurden damals Patrick Salzer, Claudia Voigt, Andreas Küfner, Jenny Papadopulos, Michael Beyer und Theresa Marleen Weiß geehrt. Die Nachwuchsradfahrer durften zur Siegerehrung auf die Podeste der "Großen" klettern. Überreicht wurden die Pokale unter anderem von Jan Schur, Sohn der Radfahrerlegende Gustav Adolf Schur, und von Bürgermeister Rudler, der auch das mit eingefädelt hatte.

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