Trauer führt Musiker zusammen

Zu einer musikalischen Hommage an Uwe-Jens Kunz haben sich Künstler und Freunde in der Linde in Affalter getroffen. Es war ein Abend voller Emotionen und Musik.

Affalter.

Eine grüne E-Gitarre, davor eine Kerze - Uwe-Jens Kunz sollte beim "Konzert für Kunz" irgendwie anwesend sein. Eine schöne Symbolik. Dabei hätte es die gar nicht gebraucht, denn der Musiklehrer der Katharina-Peters-Oberschule in Zwönitz war es sowieso. Denn alle Künstler, die sich kürzlich in der Linde Affalter eingefunden hatten, verband eines: Ihre musikalische Leidenschaft hatte sie irgendwann einmal mit Uwe-Jens Kunz zusammengeführt. Dabei war der 57-Jährige, der im November überraschend starb, nicht nur selbst ein begnadeter Musiker, sondern einer, der andere für die Welt melodischer Töne zu begeistern vermochte.

Die 23-jährige Marie Drummer aus Zwönitz ist Feuer und Flamme, wenn sie über ihn spricht: "Wenn es Herrn Kunz nicht gegeben hätte, würde ich heute bestimmt keine Musik machen." Er habe sie als Sechstklässlerin in die Schülerband geholt. "Das war die beste Entscheidung meines Lebens", sagt die Physiotherapeutin. "Er hat uns gefördert und inspiriert, immer weiter zu machen." Initiiert hatte das Konzert Maria Ebert: "Die Idee hatten ich und mein Freund. Wir wollten einfach etwas tun, am liebsten sofort." Nachdem die Frau des Verstorbenen nichts gegen die Pläne einzuwenden hatte, legte Maria Ebert gemeinsam mit Victor Rudolph und Mario Hermann los. "Der Termin war schnell gefunden, und es war auch gar kein Problem, die Bands, die wir gern dabei haben wollten, zu bekommen", sagt die Sängerin, die mit den Teachboys auf der Bühne stand. Diese hatte Kunz 1999 mitgegründet. 15 Jahre spielte man alles von Folk über Rock bis Blues. Seine ehemaligen Bandmitglieder, zu denen unter anderem Gunter Neubert, Mario Hermann und Andreas Auerswald gehören, beschreiben ihn als lebensbejahenden Menschen. Tiefsinnig sei er gewesen, einer, mit dem man auch stundenlang philosophieren konnte. "Was die Musik angeht, war er ein Perfektionist", sagt Andreas Auerswald, der ihn 1977 kennenlernte, seit 1992 waren sie Kollegen in der Zwönitzer Oberschule. Zu den musikalischen Gästen gehörte ebenso Matthias Schubert, ein ehemaliger NVA-Kamerad von Kunz. Er kam extra aus Berlin. "Seit 2017 haben wir wieder zusammen Musik gemacht und hatten viele Pläne", sagt er. Unvergessen für ihn bleibe ein Konzert in Kloster auf Hiddensee 2018. Topmusiker nennt Rayk Neczas seinen verstorbenen Freund: "Wir hatten zwar nur eine kurze, aber sehr intensive Zeit zusammen." Er sei ein lockerer Typ, eben ein Musiker, gewesen. Maria Ebert bringt es für sich auf den Punkt. "Manchmal habe ich mich gefragt, warum er später selbst nur noch wenig Musik gemacht hat: Er hat sie verschenkt und seine Früchte genossen", sagt sie und verweist auf zirka 20 Schülerbands, die er unter seine Fittiche nahm.

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