Trübte Grubenschlamm das Trinkwasser?

Einige Rittersgrüner sind sauer: Was über Stunden aus dem Wasserhahn kam, war ungenießbar. Einen vermuteten Rohrschaden schließen die Wasserwerke allerdings als Ursache aus.

Rittersgrün.

Ausgerechnet kurz vor Ostern! Das haben mehrere Bewohner in den Rittersgrüner Ortsteilen Globenstein und Arnoldshammer gedacht oder gesagt, als es am Mittwoch, 17. April, vormittags zu einer starken Beeinträchtigung der Qualität des Trinkwassers kam, das der zentrale Versorger aus dem öffentlichen Netz anbietet. Hans-Jürgen Knabe wandte sich an die "Freie Presse", da ihm keinerlei Informationen zu dem Problem durch die Wasserwerke bekannt waren.

Natürlich hörten sich die Betroffenen um. Eine Vermutung: Es könnte eine Verunreinigung durch Grubenschlamm gewesen sein, verursacht durch eine Beschädigung der zentralen Rohrleitung. Knabe: "Wie auch immer: Das Wasser blieb für mehrere Stunden bräunlich-grau und nicht genießbar." Die betroffenen Abnehmer ärgert, dass sie über die erhebliche Qualitätsminderung des Trinkwassers nicht verständigt wurden: "Ein Handzettel hätte doch gereicht." So mussten die Haushalte selbst, nachdem sie die Trübung bemerkt hatten, zum Schutz der Gesundheit gebührenpflichtige Spülungen vornehmen.


Der Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW) lässt derzeit an wichtigen Knotenpunkten in Rittersgrün und Umgebung Wasserleitungen erneuern. "Das hat großräumige Umbindungen zur Folge, die zu kurzzeitigen Beeinträchtigungen des Trinkwassers führen können", erklärt Kati Gläser, Bereichsleiterin beim Zweckverband. In diesem Fall führe der ZWW Spülungen durch. "Da, wo mit Beeinträchtigungen gerechnet worden ist, wurde drei Tage zuvor mit Aushängen informiert. Es kann aber sein, dass nicht alle Anwohner diese Informationen gelesen haben." In so einem Fall sei es möglich, dass das vorschriftsmäßige Absperren der Anschlussleitungen durch die Anwohner unterblieb.

"Beim ZWW wurde an jenem Tag nur eine einzelne Störung angezeigt. Diese haben Mitarbeiter von uns durch Spülen des Hausanschlusses behoben", so Gläser. Für solche Fälle habe der ZWW einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst. "Einleiten von Schlamm oder ähnlichem gab es nicht. So etwas kann selbst bei Rohrbrüchen ausgeschlossen werden."

Generell nehme der ZWW seine Informationspflicht sehr ernst und versuche, bei zu erwartenden Beeinträchtigungen rechtzeitig zu informieren. Kritik wie jetzt aus Rittersgrün biete Anlass, die Informationswege noch weiter zu verbessern.

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