Unterirdischer Besuchermagnet legt überragendes Ergebnis vor

Seit zehn Jahren betreibt ein Verein das Besucherbergwerk Zinnkammern Pöhla. Was seither im Berg alles geschehen ist, kann sich sehen lassen.

Pöhla.

Sie kratzen bereits an der magischen Zahl von 10.000 Besuchern in einem Monat. "Das war der Dezember 2018, mit 9500 Gästen. Da haben wir aber wirklich kaum Tageslicht gesehen", sagt Frank Weißflog. Er ist der alte und neue Vorsitzende des Betreibervereins Zinnkammern Pöhla.

Gewählt wurde nicht nur ein neuer, sondern ein erweiterter Vorstand. "Das war notwendig, weil die Arbeit so umfangreich geworden ist", erklärt der Vereinschef. Ihm zur Seite stehen mit Roland Hahn und Bernd Haupt nicht nur zwei Stellvertreter, sondern vor allem mit Andreas Obst nun ein Verantwortlicher für Bergbautechnik und mit Peter Goldhahn ein Mann für Bergbausicherheit. Jan Beschorner regelt die Finanzen, Volker Marten übernimmt den Part des Marketings. Die einzige Frau im Vorstand, Martina Weißflog, ist Schriftführerin.

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Die Bilanz der zurückliegenden zehn Jahre kann sich sehen lassen: "Wir haben in dieser Zeit das Bergwerk komplett rekonstruiert, haben untertägig den gesamten Bahnhof mit Stahlausbau erneuert, inklusive der Elektrik, und das bei laufendem Besucherbetrieb", sagt Weißflog. Damit sei die touristisch beliebte Anlage für nachfolgende Generationen sicher. "Unser großes Glück dabei war und ist, dass wir im Verein zahlreiche erfahrene Bergleute haben. Das ist gerade für die Arbeiten untertage unerlässlich", so der Vereinschef. So wurden Fluchtwege gebaut, und der Fuhrpark muss ständig kontrolliert werde. Waren es anfangs vier Loks, die auf den Schienen rollten, so habe man heute 17. Schließlich habe sich die Zahl der Besucher von gut 6000 auf heute fast 22.000 Besucher pro Jahr gesteigert. "Für deren Sicherheit müssen wir sorgen. Ebenso wie für die unserer Leute", sagt Weißflog. Zudem beschäftigt der Verein vier Vollzeitangestellte.

Seit 2005/06 ist die Wismut komplett aus der Anlage raus. "Das hat die Vereinsgründung erst notwendig gemacht", betont er. Der Verein zählt aktuell um die 80 Mitglieder. Davon seien 52 Frauen und Männer aktiv in die Besucherbetreuung des Bergwerks eingebunden. Allein für die Mettenschichten 2019 wurden über 45.000 Brötchen angerichtet.

"92 Prozent der Gesamtkosten erwirtschaften wir selbst", sagt Frank Weißflog. Bislang erhielt der Verein einen jährlichen Zuschuss von der Stadt in Höhe von 23.000 Euro. "Für den Doppelhaushalt 2019/20 haben wir allerdings einen erhöhten Zuschuss von 35.000 Euro beantragt, weil wir dringend neue Batterien für die Loks brauchen", erklärt er. Gelder für die touristischen Leuchttürme der Stadt, zu denen auch die Zinnkammern gehören, seien im Haushalt eingestellt, aber über die großen Zuwendungen werde der Stadtrat wie immer noch separat entscheiden, erklärt dazu Hauptamtsleiterin Sylvia Mack.

Viel sei geschehen: Der Parkplatz vom Besucherbergwerk wurde gebaut, bietet heute vier Stellflächen für Busse und 80 für Pkw. "Das Gelände gehört nun auch uns, sowohl das Gelände mit Huthaus als auch der Parkplatz. Wir als Verein haben auch den See im Wald, auch 'blaues Auge' genannt, gekauft. Das ist die wasserwirtschaftliche Anlage, über die wir versorgt werden. Das einzige, was uns noch fehlt, ist eine vollbiologische Kleinkläranlage", so Weißflog. In dem Moment kommt schon die nächste Gruppe von Urlaubern, die zur Führung einfahren will.

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