Unterricht an Musikschule wird ab neuem Schuljahr teurer

Ganz einstimmig winkte der Kreistag die Entgelterhöhungen nicht durch. Dabei gibt es auch Alternativen.

Annaberg-Buchholz/Aue.

Die Diskussion im Kreistag am Mittwochabend um die teils höheren Entgelte der Kreismusikschule ab dem neuen Schuljahr 2017/18 ist nur ein kurzes Solo gewesen. Grünen-Kreisrätin Ulrike Kahl war die einzige, die Bedenken anmeldete. So sei etwa die 20-prozentige Entgelterhöhung bei der frühkindlichen Ausbildung nicht ohne. Und auch beim Gruppenunterricht hegte sie Bedenken: Dadurch könnten zwar mehr Schüler eine Ausbildung erhalten - doch würde die Qualität darunter leiden.

Dem widersprach AfD-Kreisrat Giso Lieberwirth aus persönlicher Erfahrung. Mittlerweile habe sein drittes Kind die frühe Ausbildung an der Kreismusikschule durchlaufen. "Und ich finde, die Qualität ist sehr hoch."

Ganz einstimmig winkte der Kreistag dann doch nicht die Beschlussvorlage durch. Zwei Kreisräte stimmten dagegen, zwölf enthielten sich der Stimme. Beigeordneter Andreas Stark hatte zuvor noch einmal die Notwendigkeit der Entgelterhöhung erläutert. Vor allem sei sie eine Reaktion auf die allgemeine Kostenentwicklung. Aktuell ging es einerseits darum, das Personal angemessen bezahlen zu können, andererseits darum, noch mehr jungen Leuten die Ausbildung zu ermöglichen. Immerhin standen zu Jahresbeginn 457 Schüler auf der Warteliste. Aus Kapazitätsgründen konnte ihnen bislang kein Platz zugewiesen werden. Das soll nun mit der neuen Entgeltordnung ein Stück weit geändert werden. So könnten Interessenten insbesondere durch mehr Gruppenunterrichtsplätze sogar doppelt profitieren: zum einen durch niedrigere Entgelte als bisher, zum anderen durch mehr Ausbildungsplätze. Kostet beispielsweise wöchentlicher 45-Minuten-Gruppenunterricht mit drei bis vier Schülern derzeit 294 Euro im Jahr, sollen es künftig nur noch 204 Euro sein - ab fünf Schüler sogar nur 144 Euro.

Wie Beigeordneter Stark unterstrich, werde durch die geplante Entgelterhöhung der Zugang für sozial schwache Familien nicht erschwert. Ermäßigungsmöglichkeiten wie etwa Geschwister-, Ensemble- und Mehrfachermäßigungen von bis zu 50 Prozent seien auch weiterhin gewährleistet. Im Durchschnitt würden die neuen Unterrichtsentgelte um sieben Prozent erhöht. Damit bewegt sich der Erzgebirgskreis im Sachsenvergleich bezüglich der vorgeschlagenen Unterrichtsentgelte auch weiterhin im unteren Drittel.

Ende 2016 verzeichnete die Kreismusikschule des Erzgebirgskreises 3347 Schüler, davon 1983 weiblich und 1364 männlich. Sie können in 27 Instrumental- und Vokalfächern grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten im Spiel mit Instrument oder Stimme erwerben. In der weiteren Ausbildung werden diese Kompetenzen vertieft.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...