Verein behält Heimatgeschichte fest im Blick

Der EZV Bernsbach ist vor 30 Jahren gegründet worden. Aufgeben kommt für die Mitglieder nicht infrage - obwohl es immer weniger werden.

Lauter-Bernsbach.

Ortsgeschichte und Geschichten überhaupt interessieren Matthias Herrmann und Volker Beckmeier seit vielen Jahren. Herrmann, 2. Vorsitzender des Erzgebirgszweigvereins (EZV) Bernsbach, recherchiert aktuell zu Gefallenen in beiden Weltkriegen. "Die Namenstafeln am Ehrenmal sollen restauriert werden", sagt der Ortschronist. Unterm Dach des EZV leistet er Vorarbeit, sucht in Kirchenbüchern, auf dem Standesamt, bei Privatleuten und übers Internet nach fehlenden Namen. Aus dem Ersten Weltkrieg hat er bereits 179 Opfer ermittelt, aus dem Zweiten Weltkrieg ist er auf knapp 350 Namen von Gefallenen gestoßen.

Solche Recherchen und Forschungen zur Orts- und Heimatgeschichte sehen sowohl Herrmann als auch Beckmeier als wichtigen Grundpfeiler der Arbeit des Vereins, der in diesen Tagen auf sein 30-jähriges Bestehen zurückblickt. "Wir sind zwei von insgesamt vier Gründungsmitgliedern, die bis heute aktiv sind", berichtet Beckmeier und verweist darauf, dass der EZV Bernsbach keine Wieder-, sondern eine Neugründung war. "Vor dem Krieg hat es einen EZV Spiegelwald gegeben", sagt Herrmann, dessen Sohn Christian als Vorsitzender fungiert. Nach dem Ende der DDR gehörten die Bernsbacher zu den ersten Heimatfreunden überhaupt, die einen EZV gründeten. Wenig später, 1991, entstanden unter dem Dach des EZV mehrere Gruppen, so ein Chor, eine Instrumentalgruppe, eine Theatergruppe und die Wanderer.

Geblieben sind nur Letztere samt regelmäßigen Treffen und Wandertouren. Zudem betreut der EZV eine eigene Heimatstube mit Gesellschaftsraum. Da steigen die bekannten Kartoffelessen, Museumstage und Sauschlachten. "Aufgeben kommt nicht infrage", erklärt Beckmeier. Obwohl die Anzahl der Mitglieder stark gesunken ist. Waren es in den 1990er-Jahren noch mehr als 130, halten heute nur noch 30 Leute zur Stange. Das Durchschnittsalter ist deutlich gestiegen. Es fehlt Nachwuchs. "Wir haben versucht, mit der Grundschule zusammenzuarbeiten, weil wir Heimatgeschichte als ganz wichtig empfinden", sagt Matthias Herrmann. Zwei-, dreimal seien Schulklassen in der Heimatstube gewesen, die eine Art Mini-Museum ist. Dann schlief das wieder ein. Sehr zur Freude der beiden EZV-Vorstandsmitglieder kommen alljährlich die Konfirmanden in die Ausstellung. "Unser wertvollstes Stück ist die Kosmografie, eine Weltbeschreibung, von Sebastian Münster", sagt Volker Beckmeier. Auf diese sei man sehr stolz. Sie werde in einem Safe aufbewahrt. Diesen Schatz erhielt der EZV aus privater Hand.

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