Verein blickt kritisch auf Pläne für neues Carlsfelder Ortszentrum

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Dort, wo mitten in dem Eibenstocker Ortsteil Parkplätze entstehen sollen, lagen früher Gleise, wurden Eisenbahnwaggons beladen. Die, die sich mit der Bahnhistorie auskennen, finden, dass dieser Teil der Geschichte zu wenig in den Planungen berücksichtigt wurde.

Carlsfeld.

Im April sollen die Arbeiten für den neuen Dorfplatz in Carlsfeld beginnen. Geplant ist, den Tiefbau und die Landschaftsgestaltung bis Ende Oktober abzuschließen. "Carlsfeld bleibt Großbaustelle", fasste es Bürgermeister Uwe Staab (CDU) in der Stadtratssitzung zusammen, als die Aufträge für die Arbeiten vergeben wurden.

Er bezieht sich dabei auch auf die zweite Baustelle, die derzeit die Ortsmitte von Carlsfeld prägt. Wenige hundert Meter entfernt vom zukünftigen Dorfplatz entsteht ein Ferienpark, Investor ist die Simmel GmbH. Zurzeit ist man dort allerdings noch mit dem Abbruch und der Altlastenentsorgung beschäftigt, die mit dem ehemaligen Glaswerk zu tun haben.

Doch zurück zum Dorfplatz. Die Planungen dafür sehen vor allem Stellplätze für Pkw, Busse und Motorräder vor. Neu gebaut wird auch eine Brücke über die Wilzsch, die eine Verbindung zwischen den vorgesehenen fünf Teilflächen schafft. Die Kosten für die Investition liegen bei insgesamt 1,1 Millionen Euro, 923.100 Euro stellt die Landesdirektion zur Verfügung.

Kritisch sieht die Planungen der Förderverein Historische Westsächsische Eisenbahnen (FHWE). "Ich hätte mir mehr Ambitionen in Richtung Bahnthema gewünscht", sagt Vereinsvorsitzender Marco Drosdeck. Denn immerhin, so belegen es auch historische Fotos von dem Areal, war alles einmal Bahngelände. Das große Ziel des Vereins ist der Wiederaufbau der Schmalspurbahnstrecke Carlsfeld-Wilzschhaus. Vor vielen Jahren schon hat der Verein den unter Denkmalschutz stehenden Lokschuppen gekauft und saniert. Die geplanten Arbeiten an dem Platz sieht Drosdeck als Gelegenheit, die Gleisführung so zu verändern, dass eine Anbindung des Lokschuppens möglich wird. Dafür kann man Flächen nutzen, die durch den Abriss alter Garagen frei geworden sind. Was die Finanzierung der Vorhaben des FHWE betrifft, so muss sich Drosdeck allerdings noch in Geduld üben, denn es gibt noch keine Zusage für Fördermittel. "Die sind abhängig vom Haushalt des Landes, ich hoffe, er wird tatsächlich im Mai beschlossen. Zurzeit stochern wir da alle noch im Nebel. Zur Not übernehmen wir das in Eigenbauleistung."

Laut Bürgermeister Uwe Staab bereitet die Stadt den Baugrund für die Gleisverlegung vor. "Danach werden darauf die Gleise durch den FHWE verlegt und danach erfolgt durch die Kommune der Deckenschluss, ausgeführt in Pflaster oder Asphalt oder sandgebundenem Weg." Weil das nacheinander und nicht parallel stattfinde, gebe es noch einen gewissen Spielraum, was die Umsetzung der Pläne des FHWE betreffe. Aber an die Bauzeitpläne müsse sich der Verein halten.

An der Planung für das neue Dorfzentrum hat sich laut Staab nicht viel geändert. "Es ist lediglich noch nicht sicher, ob wir die Ladestation für E-Autos errichten." Die Stadt könne nicht Betreiber einer solchen Anlage sein.

Die Pläne seien mehrfach im Ortschaftsrat diskutiert worden, sagt Ortsvorsteher Christoph Beetz. "Es soll ein Dorfplatz entstehen, wo man sieht, dass man in der Ortsmitte ist, mit entsprechender Gestaltung und guten Parkmöglichkeiten", sagt er. Die Geschichte der Bahn dürfe dabei auch eine wichtige Rolle spielen. "Aber wir müssen auch Kompromisse schließen, um nach zweijähriger Planung endlich zu Stuhle zu kommen." Der Platz, so wie er jetzt ist, wurde Mitte der 1990er-Jahre angelegt. Beetz hofft, dass der jetzige erneute Anlauf zu dessen Aufwertung bald zum Erfolg führt.

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