Verein erhält für Schießtunnel 60.000 Euro Zuschuss von Stadt

Das Bauprojekt auf dem Schützengelände an der Ritter-Georg-Sportstätte in Schwarzenberg wird schon lange diskutiert. Nun kann der Startschuss fallen - die Kommune gibt finanzielle Unterstützung. Aber: Das Vorhaben hat nach wie vor nicht nur Befürworter.

Schwarzenberg.

Mit geschätzten Kosten in Höhe von 210.000 Euro will der Schützenverein Schwarzenberg einen 100-Meter-Schießtunnel bauen. Nach mehreren Beratungen und Diskussionen, einem Vor-Ort-Termin und Anhörungen steht nun fest: Die Kommune bestätigt das in zwei Abschnitten geplante Projekt und reicht dem Verein 60.000 Euro Zuschuss für technische Anlagen und Ausstattung aus. Dem stimmten in der jüngsten Stadtratssitzung zwölf Räte zu. Zwei waren dagegen, sechs enthielten sich, einer stimmte wegen Befangenheit nicht mit ab.

Der Verein will sein von der Stadt gepachtetes Schützengelände an der Ritter-Georg-Sportstätte, das als Leistungszentrum der Deutschen Schießsport-Union gilt, vervollständigen. Ohne den Zuschuss würde er dieses Projekt jedoch nicht verwirklichen. Ergänzend zur 25-Meter- und zur 50-Meter-Schießbahn soll nun der 100-Meter-Tunnel folgen - für Großkaliber-Gewehrschützen, Liebhaber alter Vorderladerwaffen und für Jäger, die ihre Waffen dort testen und anschießen könnten. Damit wären dann im Schießsportzentrum Schwarzenberg sämtliche Disziplinen aus dem Spektrum der Deutschen Schießsport-Union möglich. Der Zuschuss soll in die technische Ausstattung des Tunnels fließen. Das betrifft automatische Schieß- und Anzeigeanlagen sowie Teile des Be- und Entlüftungssystems.

Unumstritten ist das Vorhaben nach wie vor nicht, wie das Abstimmungsverhalten im Stadtrat zeigt. Gegenwind kommt vor allem auch von den Linken. "Wenn es stimmt, dass dieser Schießtunnel im Erzgebirgskreis und weit darüber hinaus seinesgleichen sucht, dann müssten sich der Landkreis und der Freistaat an der Finanzierung der überregional bedeutsamen Anlage beteiligen", sagt Ronald Krauß. Oberbürgermeisterin Hiemer: "Die Möglichkeit sollte zumindest geprüft werden." Einer der Räte, die dem städtischen Zuschuss nicht zustimmten, ist Thomas Glaser aus der Linksfraktion. Den Schießtunnel könne ja nur ein begünstigter Kreis von Interessenten nutzen, argumentiert er und verweist auf anderen Geldbedarf. "Die Sportstättenkonzeption wird gerade überarbeitet. Da deuten sich bei Hallen und Plätzen Einschnitte an, die auch mit finanziellen Zwängen der Kommune begründet werden."

Zu der aus Sicht einiger Kritiker unzureichenden Nachwuchsarbeit des Schützenvereins - aktuell gibt es 108 Mitglieder, der jüngste Mitstreiter ist 19 Jahre alt - sagt Vorsitzender Peter Blechschmidt: "Das mag von außen so aussehen. Wir haben wirklich viel versucht, sind an Schulen gegangen, haben für den Schießsport geworben. Mit wenig Erfolg. Und gibt's mal junge Schießsportinteressenten, gehen sie meistens wegen Ausbildung, Studium oder Armee wieder weg." Außerdem hätten Schützenvereine trotz der überall geltenden strengen Sicherheitsvorkehrungen generell mit Vorbehalten zu tun, die aus schwerwiegenden Vorfällen mit jungen Leuten und Waffen resultieren, so wie 2002 in Erfurt und 2009 in Winnenden. "Das war zwar weit weg, belastet aber auch uns", so Blechschmidt.

Darum sieht der Schützenverein Schwarzenberg den nun beschlossenen kommunalen Zuschuss zum Schießtunnelbau nicht als selbstverständlich an. "Etwa zwei Drittel der Kosten tragen wir aber selbst, setzen eigene Bauleistungen sowie angespartes Geld ein", erklärt der Vereins-Chef. Beim Finanzieren helfen Einnahmen, die der Verein durch das Training von Polizeifachschülern aus Schneeberg seit 2015 in der jetzt bestehenden Anlage hat. Das Verwirklichen des Projekts soll noch 2018 losgehen - wenn schon nicht mit Bauarbeiten, so durch Käufe von Materialien und eventuell Technik.

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