Verein Land-Spuren widmet sich erzgebirgischem Kulturgut

Alte Handwerkstradition beleben und Brauchtum pflegen - das hat sich eine Interessengemeinschaft in Bermsgrün auf die Fahne geschrieben. Dabei knüpft sie auch ans Lebenswerk von Harry Schmidt an, der nicht nur Schnitzer war.

Bermsgrün.

Mit dem beziehungsreichen Namen Land-Spuren ist in Bermsgrün ein Verein gegründet worden. "Wir leben auf dem Land, wollen Spuren unserer Vorfahren aufgreifen und eigene Spuren hinterlassen", umreißt der Vereinsvorsitzende Andreas Schmidt den Hintergrund der Namenswahl. "Es geht uns ums Fördern von Kunst und Kultur im ländlichen Raum, ums Beleben alter Handwerkstradition und um Brauchtumspflege. Wir wollen keine Konkurrenz zu anderen Vereinen und Interessengruppen sein, sehen uns vielmehr als Ergänzung."

Andreas Schmidt, Jahrgang 1957, ist ein Sohn des Bermsgrüner Holzschnitzers und Schwarzenberger Ehrenbürgers Harry Schmidt (1927-2003), der ein umfangreiches volkskünstlerisches Lebenswerk hinterließ. Ein Großteil der Schnitzarbeiten wird im Schwarzenberger Museum aufbewahrt und gezeigt. "Das ist ordentlich geregelt", sagt der Sohn, der als Holzgestalter und Spielgeräte-Bauer familiäre Holzberuf-Traditionen fortsetzte. Aber sein Vater war nicht nur Schnitzmeister. "Er war ein vielseitiger Mensch und Künstler, er malte und schrieb Gedichte, er forschte zur Ortsgeschichte, schrieb an der Ortschronik. Auch sein breit gefächertes Lebenswerk wollen wir aufarbeiten - ohne ein Harry-Schmidt-Verein zu werden. Wir wollen aus seinem Schaffen Impulse für heute und später ziehen."

Der Verein plant, mit kleinen Aktionen und kulturellen Angeboten das dörfliche Leben zu bereichern, Geselligkeit, Zusammenhalt, Traditionsbewusstsein zu fördern. Dazu bieten sich im Jahreslauf zum Beispiel Anlässe an, die am landwirtschaftlichen Leben orientiert sind, auch Sitten und Bräuche, die früher eine größere Rolle spielten und nun drohen in Vergessenheit zu geraten. "Das gehört alles mit zum erzgebirgischen Kulturgut, das wir bewahren, pflegen, und nachfolgenden Generationen anvertrauen wollen", so Schmidt. Zu seinen ersten Mitstreitern, weitere sind willkommen, zählen neben anderen Matthias Weigel und Erik Scherner. Eine große Bandbreite der Veranstaltungsformen - nicht große Ausmaße - soll auch die Jugend ansprechen. "Da kann Musik eine gute Rolle spielen", weiß der Vereinsvorsitzende, der selbst Gitarre spielt. "Zeitgemäß interpretiert, ist dann sogar Mundart eine Möglichkeit, junge Leute zu begeistern."

Die erste Veranstaltung unterm Dach des Vereins ist das Anhalten der Harry-Schmidt-Pyramide auf dem Schmidtschen Grundstück am Samstag, 1. Februar, ab 18 Uhr. Neben Historischem über Mariä Lichtmess gibt's Musik, Speis und Trank.

Kontakt:Ruf 0152 23715308 oder Posteinwurf in der Gemeindestraße 1 in Bermsgrün.

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