Von leckerem Brot bis zu gefragtem Whisky

Der Tag des traditionellen Handwerks ist inzwischen selbst eine Tradition. Viele nutzten den Sonntag zum Blick hinter die Kulissen.

Aue/Schwarzenberg.

Erleben und entdecken und staunen - reichlich 120 Werkstätten und Manufakturen im Erzgebirge haben zum 20. Tag des traditionellen Handwerks ihre Türen geöffnet. Zu den Präsentierenden gehörten auch Vereine und Unternehmen, die das Genusshandwerk in der Region pflegen. Im Backhaus Bad Schlema herrschte von früh weg Gedränge. Der Duft von frisch gebackenem Brot und Kuchen wehte den Besuchern um die Nase. Gut 200 Brote wurden gebacken, etliche Bleche mit Kuchen. Vereinschef Jens Müller sagt: "Wir wollen die traditionelle Backkunst pflegen, da es nur noch wenige Bäckereien in der Region gibt, die so auf herkömmlich altdeutsche Art backen. Dazu braucht man natürlich Zeit, und genau die haben viele Bäcker heute einfach nicht mehr. Wir leben im Zeitalter von Fertigmischungen und Warmluftbacköfen, die in den Verkaufsstellen stehen." Es sei wichtig, das Traditionelle aufrecht zu erhalten, gerade weil viele Bäckereien schließen, da sie keinen Nachfolger finden. Aus Schönheide kam jetzt eine Anfrage. "Dort sind wir gerade dabei, einen Großteil der Dinge zu übernehmen", sagt Müller.

Um Genuss geht es auch bei der Lautergold Paul Schubert GmbH in Lauter. Dort haben sich Neugierige auf dem Gelände gedrängt und sich bei der Schaudestillation in der Gläsernen Brennerei umgeschaut. Das Unternehmen hat im 285. Jahr seines Bestehens jetzt einen dreijährigen Whisky, den ersten abgefüllten im Erzgebirge, in limitierter Auflage von 285 Flaschen auf den Markt gebracht, und innerhalb einer Woche war der gute Tropfen vergriffen. Betriebsleiter Mike Schneising hätte das nie für möglich gehalten: "Wir dachten, dass die Flaschen an Sammler gehen, doch viele haben wir in der Region verkauft. Alle fünf Jahre soll es eine Jubiläumsmarke geben. Das ist der Plan. Die Leute legen zunehmend Wert auf Regionales und Genuss." Bis zur nächsten Auflage gedulden muss sich auch Matthias Becker aus Fraureuth, der ab und zu mal einen Whisky genießt: "An Winterabenden sitze ich gerne am Kaminfeuer, höre Musik und trinke gemütlich ein Glas." (rabe)

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